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Seit kurzem ist auf der Webseite des Sächsischen Verkehrsministeriums eine Liste aller für die nächsten zehn Jahre geplanten Radwegbaumaßnahmen an sächsischen Staats- und Bundesstraßen zu finden. Der ADFC Sachsen hat diese Liste durchgesehen und spontan Abschnitte von Staats- und Bundesstraßen gefunden, wo Anwohner seit Jahren den Bau eines Radwegs fordern, die Sächsische Staatsregierung dies in absehbarer Zeit nicht vorhat. So zum Beispiel auf der S 95 zwischen Radeberg und Dresden (siehe Foto). Die Straße befahren etwa 8.000 Autos pro Tag.

Bitte unterstützen Sie uns: Sehen Sie sich die Auflistung der geplanten Bauvorhaben selbst an. Falls Ihnen in Ihrem Landkreis eine Strecke auffällt, wo eindeutig ein Bedarf für einen Radweg an einer Staats- oder Bundesstraße besteht, melden Sie sich bei uns. Hilfreich für uns ist dabei die Angabe eines möglichst genauen Streckenabschnitts und eines Grundes, warum dort ein Radweg gebaut werden soll (etwa dichter Autoverkehr, wichtige Verbindung für den Schülerverkehr usw.).

Auflistung aller bis 2025 geplanten Radwege an Staats- und Bundesstraßen in Sachsen
Kartenmaterial zu geplanten Radwegbaumaßnahmen in Sachsen

2014 war ein aufregendes Jahr, auch für den ADFC Sachsen. Zum Jahresende ist es Zeit, eine Zwischenbilanz zu ziehen. Die kann man jetzt mit einem Klick auf das Bild rechts in allen Details ansehen.

Damit es 2015 ebenso agil weitergeht, sind wir auf Unterstützer, stille und aktive Mitglieder und auch auf ein paar großzügige Spender angewiesen. Bitte bleiben Sie uns auch zukünftig gewogen und unterstützen Sie unsere Arbeit im Interesse der Radfahrerinnen und Radfahrer im Freistaat Sachsen.

Wir wünschen allen unseren Mitgliedern, Förderern und Partnern fröhliche Weihnachten und ein erlebnisreiches neues Jahr.

In der neuen Ausgabe des Reflektor Magazins geht es um die Ursprünge des Radfahrens, der Fahrradkultur und des Fahrrads selbst: Wie hat das alles angefangen mit dem Fahrrad? Der Fokus liegt dabei weniger auf technischen Details als auf der Frage, aus welchen Motiven die Menschen vor 150 Jahren aufs Rad gestiegen sind. Spannend wird es vor allem, wenn man die Fahrradgeschichte der Niederlande mit der zeitgenössischen Situation in Deutschland vergleicht. Während sich die Holländer mehr und mehr zur Fahrradnation entwickelten, taten sich die Deutschen etwas schwerer. Das hatte Gründe, über die nachzudenken sich auch heute noch lohnt. Das finden wir zumindest. Sie auch?

Mitglieder des ADFC Sachsen bekommen den Reflektor kostenlos nach Hause geschickt.

Die Online-Ausgabe finden Sie unter reflektor-magazin.de

Petition fordert, Bußgelder für Falschparker in Deutschland an europäischen Durchschnitt anzugleichen.

Sie stehen auf Gehwegen, blockieren Feuerwehrzufahrten, Straßenbahnen, sind für Rollstuhlfahrer ein Graus und nehmen auch in Kauf, wenn Radfahrer blockiert werden.

Nirgends in Europa ist das Zuparken von Rad- und Gehwegen sowie in zweiter Reihe und auf Behinderten-Parkplätzen preiswerter als in Deutschland. Wer sein Auto anderen Verkehrsteilnehmern in den Weg stellt, zahlt (wenn überhaupt) 75% weniger als im EU-Durchschnitt. Deutschland subventioniert das Falschparken, mit Folgen für das Miteinander in unseren Städten. Und während diese Woche die Bußgelder für's Schwarzfahren im öffentlichen Nahverkehr angehoben werden, wagt sich im Autoland Deutschland an die Falschparker niemand heran.

 koav2014

Ende Oktober haben CDU und SPD in Sachsen ihre politischen Ziele für die Legislatur 2014-19 in einem gemeinsamen Koalitionsvertrag vorgestellt. In den Vertrag sind auch einige Forderungen des ADFC an die Sächsische Staatsregierung eingeflossen.

Während im Koalitionsvertrag, auf den die Union ihre Regierungsbildung 2009 mit der FDP gründete, das Wort "Fahrrad" an keiner Stelle vorkam und im Verkehrsbereich der nichtmotorisierte Verkehr mit keinem Wort Erwähnung fand, findet sich im Vertrag der neuen Partner ein eigener Passus zum Radverkehr, den wir hier zitieren.

Wir streben an, den Anteil des Radverkehrs am Gesamtverkehr sachsenweit nennenswert zu erhöhen und werden dies in der sächsischen Radverkehrskonzeption festschreiben. Wir werden die Fahrradinfrastruktur und die Verknüpfungsstellen zum ÖPNV ausbauen sowie ein landesweit einheitliches Radverkehrsnetz für den Alltagsverkehr und die touristische Nutzung etablieren. Die Mittel für den Radverkehr werden wir ab dem kommenden Doppelhaushalt erhöhen. Beim Aus? und Neubau von Bundes? und Staatsstraßen soll die gleichzeitige Errichtung von Radverkehrsanlagen zum Regelfall werden. Aufgrund der geringen Steigungen bieten sich stillgelegte Bahntrassen für die Anlage von Radwegen an. Deshalb wollen wir die Nutzung von aufgelassenen Bahndämmen als Radwege erleichtern. Wir unterstützen die Kommunen bei der Gründung einer Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Städte und Gemeinden, deren Handlungsfelder mindestens den Erfahrungs? und Informationsaustausch, eine gemeinsame Kommunikations? und Öffentlichkeitsarbeit sowie Mobilitätsmanagement und Forschungen zum Radverkehr umfassen. Die Arbeitsgemeinschaft wird durch einen konkreten Ansprechpartner Radverkehr im zuständigen Staatsministerium fachlich unterstützt.

Neben diesem Passus finden sich im Koalitionsvertrag weitere Aussagen mit Bezug zum Radverkehr, wie etwa zur angestrebten Harmonisierung der Mitnahmemöglichkeiten von Fahrrädern im sächsischen ÖPNV, zum Bau von Fahrradstationen und zum Ausbau des Radtourismus.

Sachsen setzt aufs Rad. Handlungsempfehlungen des ADFC Sachsen an die Landespolitik, Dresden, September 2014

Koalitionsvertrag von CDU und SPD, Oktober 2014

Zum Vergleich: Koalitionsvertrag von CDU und FDP, September 2009

Ist unsere Gesellschaft wirklich nur dann mobil und dynamisch, wenn möglichst viele Wege motorisiert zurückgelegt werden? Ist die Art und Weise, wie Mobilität in unserer Gesellschaft organisiert wird, wirklich „alternativlos“? Oder andersherum gefragt: Wie müsste ein Mobilitätsangebot aussehen, welches mit weniger Eingriffen in unser Umfeld, mit weniger Ressourcenverschwendung und weniger menschlichen Opfern funktioniert?

Eine wichtige Rolle im neuen Verkehrsmix kommt dem Fahrrad zu. Denn die Hälfte aller Fahrten mit dem Auto sind derzeit kürzer als fünf Kilometer, liegen also im idealen Aktionsradius des Fahrrads. Steht uns zum Schluss „nur“ die eigene Bequemlichkeit im Weg? Diese Ausgabe des Reflektors soll zeigen, dass der dringend nötige Wandel unseres Mobilitätsverhaltens nicht mit Verzicht einhergehen muss. Lastenräder – für den Kindertransport, den Großeinkauf oder das kleine Business – sind durchaus für einen Spaß zu haben, wie unser Titelbild von den Weltmeisterschaften der Fahrradkuriere in Chicago zeigt.

Ganz nebenbei sind sie in vielen Städten schon zum Statussymbol avanciert. Sie stehen für einen Wandel, der in den großen Fahrradstädten schon seit einer Weile und hier und da erst seit kurzem im Gange ist.

Mehr zum Thema in der aktuellen Ausgabe des Reflektor Magazins.