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Mit Spannung verfolgt der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) Sachsen die Sondierungsgespräche über eine Regierungskoalition im Freistaat. Doch passiver Zaungast allein will der Verband dabei nicht sein, so Konrad Krause, ADFC-Landesgeschäftsführer: „Mit der schwarz-roten Regierung und Ministerpräsident Michael Kretschmer haben wir in den vergangenen Jahren schon einige Schritte für ein fahrradfreundliches Sachsen geschafft – kleine Schritte. Von der neuen Landesregierung fordern wir mehr Mut und ein noch klareres Bekenntnis zu Verkehrssicherheit und nachhaltiger Mobilität.“

Oberste Priorität hat für den ADFC dabei die Verkehrssicherheit. Seit etwa zehn Jahren gehen die Zahl der Straßenverkehrsunfälle sowie der Verkehrsopfer nicht mehr zurück, wie noch in den neunziger Jahren. Im künftigen Haushalt müssen deshalb mehr Ressourcen für eine verkehrssichere Infrastruktur freigehalten werden. Das Ziel: „Vision Zero“, keine Verkehrstoten.

Immer mehr Sachsen kombinieren für ihre alltäglichen Wege Rad und Bahn. Doch von den 521 Bahnstationen in Sachsen verfügen mehr als 100 über deutlich unzureichende Radabstellanlagen und an 209 Bahnhöfen in Sachsen steht kein einziger Fahrradständer. „Menschen, die Fahrrad und Bahn für den Weg zur Arbeit, Schule oder Ausbildung nutzen wollen, dürfen keine Steine in den Weg gelegt werden“, so Krause. „Wenn ich darum bangen muss, ob ich mein Fahrrad sicher am Bahnhof abstellen kann, dann greife ich beim nächsten Mal vielleicht doch nicht zum Rad.“ Darum fordert der ADFC, diebstahl- und wettersichere Abstellmöglichkeiten an allen sächsischen Bahnhöfen sowie 25 Radstationen an den wichtigsten Bahnhöfen im Freistaat zu schaffen.

Nur 28 % der Bundesstraßen in Sachsen verfügen bisher über einen Radweg – Der Bundesdurchschnitt liegt hier bei knapp 50 %. Bei den Staatsstraßen sieht es noch schlechter aus: Nur 11 % sind mit einem Radweg ausgestattet. „Bei allen Diskussionen um die Verkehrswende dürfen wir die Menschen außerhalb der Großstädte nicht vergessen, die das Fahrrad für ihre alltäglichen Wege nutzen“, erinnert der Landesgeschäftsführer. Obwohl auch hier der Großteil der zurückgelegten Wege nicht länger als in den Großstädten ist, wird viel seltener das Rad genommen. Die Gründe: riskantes Überholen, schlechter Straßenbelag, fehlende Sicherheit. Der ADFC Sachsen fordert deshalb einen forcierten Radwegeausbau entlang von Bundes- und Staatsstraßen. Dieser kann nur gelingen, wenn die Landesämter mit den nötigen finanziellen Mitteln und genügend qualifiziertem Personal ausgestattet sind.

Das Lausitzer Seenland macht es vor: Der Strukturwandel kann als Chance für eine Region genutzt werden. Eine wichtige Rolle dabei sollte das Fahrrad spielen. Der ADFC Sachsen fordert darum von der neuen sächsischen Regierung, die Lausitz und das mitteldeutsche Kohlerevier zur Vorreiterregion moderner Mobilität zu entwickeln. Hierbei sollten nicht nur touristische, sondern auch Alltagsradwege ausgebaut werden, um die Region attraktiv zu gestalten.

Hintergrund:

Jährlich kommen deutschlandweit über 3000 Menschen im Straßenverkehr ums Leben. Auf Sachsens Straßen wurden im vergangen Jahr rund 200 Menschen getötet, über 30 von ihnen waren mit dem Rad unterwegs. Vision Zero bezeichnet das Ziel, die Getöteten im Radverkehr auf Null zu senken. Die schwedische Regierung verfolgt dieses Ziel offiziell seit den neunziger Jahren und gestaltet seitdem die Verkehrsinfrastruktur maßgeblich im Sinne der Sicherheit um. Eine derartige Zielsetzung existiert in Sachsen bisher nicht.

Fahrradstationen sind überdachte und bewachte Abstellanlagen für Fahrräder, die über das reine Abstellen hinaus weitere Dienstleistungen anbieten. Das können z.B. Reparaturen, Reinigung oder Gepäckaufbewahrung, aber auch viele andere Dienstleitungen wie Fahrradverleih sein. Momentan gibt es im gesamten Freistaat nicht eine einzige Radstation, deutschlandweit sind es dagegen über 100. Lediglich in Oschatz existiert ein abschließbares Fahrradparkhaus. Ursprünglich wurden nur Radstationen an großen Bahnhöfen als lohnend angesehen. Inzwischen zählen zu den rund 70 Radstationen in Nordrhein-Westfalen auch Radstation mit nur 100 Stellplätzen an kleineren Haltepunkten. 66% der Radstationen in NRW befinden sich in Städten, die weniger als 100.000 Einwohner haben.

Positionspapier des ADFC Sachsen mit den politischen Forderungen für die kommenden zehn Jahre („Fahrradland 2030“)

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