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Das Landesamt für Straßenbau und Verkehr (LASuV) plant den Ausbau der Bundesstraße B115 zwischen Schöpstal und Niesky. Die Straße ist die zentrale Verbindungsachse zwischen Görlitz und Niesky sowie als direkte Anbindung an die A 4 stark durch Schwerlast- und PKW-Verkehr belastet. Für Radfahrer ist sie daher gefährlich. Schon länger ist daher ein Radweg vorgesehen. Sowohl in der Radverkehrskonzeption 2014 des Freistaates als auch im 2018 erstellten Konzept des Landkreises ist eine Radwegeverbindung explizit erwähnt und mit Umsetzungspriorität A versehen.

„Zwischen Kodersdorf und Kodersdorf-Bahnhof ist ein straßenbegleitender Radweg aus Sicht der Bürger dringend notwendig“, hält auch der Dorfumbauplan der Gemeinde Kodersdorf fest. Viele der Anwohner sind im Gewerbegebiet nahe der Autobahn beschäftigt und würden ihren Arbeitsweg durchaus mit dem Fahrrad zurücklegen, wenn sie sich dabei nicht Gefahren aussetzen müssten. "Zudem wären durch einen Radweg Kinder aus den umliegenden Ortschaften auf ihrem Schulweg nicht mehr ständig auf das Taxi Mama angewiesen." ergänzt Konrad Krause, Geschäftsführer des ADFC Sachsen.

Obwohl sich die betroffenen Anlieger über den Ausbau der B 115 mit einem straßenbegleitenden Radweg einig sind, lässt das LASuV derzeit noch eine zweite Variante prüfen, die fernab der Bundesstraße verlaufen würde. Diese wäre zwar ruhiger und damit vielleicht touristisch attraktiver, entspricht aber nicht den Alltagsbedürfnissen der Bevölkerung vor Ort. 

"Bei der Landtagswahl haben sich alle etablierten Parteien sowohl die Förderung des Radverkehrs als auch die Stärkung ländlicher Regionen auf die Fahnen geschrieben", sagt Krause. "Jetzt müssen den Worten endlich Taten folgen", ergänzt er auch in Hinblick auf die aktuellen Koalitionsverhandlungen auf Landesebene.

Hintergrund

Nur 28 % der Bundesstraßen in Sachsen verfügen bisher über einen Radweg – Der Bundesdurchschnitt liegt hier bei knapp 50 %. Bei den Staatsstraßen sieht es noch schlechter aus: Nur 11 % sind mit einem Radweg ausgestattet. „Bei allen Diskussionen um die Verkehrswende dürfen wir die Menschen außerhalb der Großstädte nicht vergessen, die das Fahrrad für ihre alltäglichen Wege nutzen“, erinnert ADFC-Geschäftsführer Krause. Obwohl auch auf dem Land der Großteil der zurückgelegten Wege nicht länger als in den Großstädten ist, wird viel seltener das Rad genommen. Die Gründe: Riskantes Überholen, schlechter Straßenbelag, fehlende Sicherheit. Der ADFC Sachsen fordert deshalb einen forcierten Radwegeausbau entlang von Bundes- und Staatsstraßen. Dieser kann nur gelingen, wenn der Freistaat die nötigen finanziellen Mitteln und genügend qualifiziertes Personal bereitstellt. Immer wieder hat der Fahrradclub angemahnt, dass Sachsen seine Ziele beim Ausbau des Radwegenetzes bis 2025 krachend verfehlen wird, wenn beim Radwegenetz das Ausbautempo so langsam bleibt, wie in den letzten Jahren.

Weitere Informationen

Dorfumbauplan Kodersdorf: https://www.kodersdorf.de/userfiles/file/Aktuelles/Dorfumbauplan_Kodersdorf.pdf
Radverkehrskonzeption des Landkreises Görlitz: https://media.lk-goerlitz.active-city.net/aemter/kreisentwicklung/rvk/RVK_LK_GR_Abschlbr_2018.pdf
Radverkehrskonzeption des Freistaates Sachsen: https://publikationen.sachsen.de/bdb/artikel/34066

ADFC Sachsen von schlechtem Abschneiden Dresdens nicht überrascht

Die gestern erschienene Untersuchung des ADAC zur Sicherheit des Radverkehrs an Kreuzungspunkten bestätigt die Analysen des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC). Als eine von zehn untersuchten deutschen Städten landete die sächsische Landeshauptstadt Dresden auf dem letzten Platz der Untersuchung.

„Defizite in der Radinfrastruktur, unstetige Wegeführungen und verstellte Blickbeziehungen sind an vielen Kreuzungen in Dresden leider üblich“ sagt Konrad Krause, Geschäftsführer des ADFC Sachsen. „Der Fahrradklima-Test des ADFC vor einem halben Jahr hat gezeigt: Drei von vier Dresdnern fühlen sich beim Rad fahren gefährdet. Fünf von sechs können ihr Kind nicht mit einem guten Gewissen allein mit dem Rad zur Schule fahren lassen. Die Ergebnisse des ADAC zur Sicherheit von Kreuzungen überraschen mich daher nicht. Sie bestätigen vielmehr unsere Arbeit. Die Straßenverkehrsbehörde und die Kommunalpolitik müssen endlich aufwachen und der Verkehrssicherheit mehr Bedeutung beimessen.“

„Im Moment muss man mit dem Rad immer wieder hin und her wechseln: Erst ein Stück auf dem Radweg, dann ist der plötzlich zu Ende, dann muss man den Gehweg mitbenutzen, nach ein paar hundert Metern in den Mischverkehr mit den Autos wechseln – es ist leider klar, dass in diesem Durcheinander irgendwann zu Unfällen kommen muss“ so Krause.

Viele Konflikte im Radverkehr entstehen an Einmündungen und Einfahrten, die Autofahrern durch ihre Gestaltung suggerieren, sie hätten Vorfahrt und der Radverkehr müsse warten. Für die Radinfrastruktur fordert der ADFC daher durchgehende, ausreichend breite und stetig geführte Wege, bei denen die Vorfahrtssituation klar zu erkennen ist. „Wir brauchen mehr Platz fürs Rad und eine übersichtlichere Gestaltung der Kreuzungsbereiche. Das ist eigentlich in allen Städten eine Herausforderung, in Dresden aber ganz besonders." so der ADFC-Geschäftsführer abschließend.

 

Weiterführende Informationen

Link zu den Ergebnissen des ADAC: https://www.adac.de/rund-ums-fahrzeug/tests/fahrrad/radfahrersicherheit-kreuzungen/?redirectId=quer.radfahrer-sicherheit
Link zu den Ergebnissen des Fahrradklima-Tests des ADFC: https://www.fahrradklima-test.de/karte

Mit Spannung verfolgt der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) Sachsen die Sondierungsgespräche über eine Regierungskoalition im Freistaat. Doch passiver Zaungast allein will der Verband dabei nicht sein, so Konrad Krause, ADFC-Landesgeschäftsführer: „Mit der schwarz-roten Regierung und Ministerpräsident Michael Kretschmer haben wir in den vergangenen Jahren schon einige Schritte für ein fahrradfreundliches Sachsen geschafft – kleine Schritte. Von der neuen Landesregierung fordern wir mehr Mut und ein noch klareres Bekenntnis zu Verkehrssicherheit und nachhaltiger Mobilität.“

Oberste Priorität hat für den ADFC dabei die Verkehrssicherheit. Seit etwa zehn Jahren gehen die Zahl der Straßenverkehrsunfälle sowie der Verkehrsopfer nicht mehr zurück, wie noch in den neunziger Jahren. Im künftigen Haushalt müssen deshalb mehr Ressourcen für eine verkehrssichere Infrastruktur freigehalten werden. Das Ziel: „Vision Zero“, keine Verkehrstoten.

Immer mehr Sachsen kombinieren für ihre alltäglichen Wege Rad und Bahn. Doch von den 521 Bahnstationen in Sachsen verfügen mehr als 100 über deutlich unzureichende Radabstellanlagen und an 209 Bahnhöfen in Sachsen steht kein einziger Fahrradständer. „Menschen, die Fahrrad und Bahn für den Weg zur Arbeit, Schule oder Ausbildung nutzen wollen, dürfen keine Steine in den Weg gelegt werden“, so Krause. „Wenn ich darum bangen muss, ob ich mein Fahrrad sicher am Bahnhof abstellen kann, dann greife ich beim nächsten Mal vielleicht doch nicht zum Rad.“ Darum fordert der ADFC, diebstahl- und wettersichere Abstellmöglichkeiten an allen sächsischen Bahnhöfen sowie 25 Radstationen an den wichtigsten Bahnhöfen im Freistaat zu schaffen.

Nur 28 % der Bundesstraßen in Sachsen verfügen bisher über einen Radweg – Der Bundesdurchschnitt liegt hier bei knapp 50 %. Bei den Staatsstraßen sieht es noch schlechter aus: Nur 11 % sind mit einem Radweg ausgestattet. „Bei allen Diskussionen um die Verkehrswende dürfen wir die Menschen außerhalb der Großstädte nicht vergessen, die das Fahrrad für ihre alltäglichen Wege nutzen“, erinnert der Landesgeschäftsführer. Obwohl auch hier der Großteil der zurückgelegten Wege nicht länger als in den Großstädten ist, wird viel seltener das Rad genommen. Die Gründe: riskantes Überholen, schlechter Straßenbelag, fehlende Sicherheit. Der ADFC Sachsen fordert deshalb einen forcierten Radwegeausbau entlang von Bundes- und Staatsstraßen. Dieser kann nur gelingen, wenn die Landesämter mit den nötigen finanziellen Mitteln und genügend qualifiziertem Personal ausgestattet sind.

Das Lausitzer Seenland macht es vor: Der Strukturwandel kann als Chance für eine Region genutzt werden. Eine wichtige Rolle dabei sollte das Fahrrad spielen. Der ADFC Sachsen fordert darum von der neuen sächsischen Regierung, die Lausitz und das mitteldeutsche Kohlerevier zur Vorreiterregion moderner Mobilität zu entwickeln. Hierbei sollten nicht nur touristische, sondern auch Alltagsradwege ausgebaut werden, um die Region attraktiv zu gestalten.

Hintergrund:

Jährlich kommen deutschlandweit über 3000 Menschen im Straßenverkehr ums Leben. Auf Sachsens Straßen wurden im vergangen Jahr rund 200 Menschen getötet, über 30 von ihnen waren mit dem Rad unterwegs. Vision Zero bezeichnet das Ziel, die Getöteten im Radverkehr auf Null zu senken. Die schwedische Regierung verfolgt dieses Ziel offiziell seit den neunziger Jahren und gestaltet seitdem die Verkehrsinfrastruktur maßgeblich im Sinne der Sicherheit um. Eine derartige Zielsetzung existiert in Sachsen bisher nicht.

Fahrradstationen sind überdachte und bewachte Abstellanlagen für Fahrräder, die über das reine Abstellen hinaus weitere Dienstleistungen anbieten. Das können z.B. Reparaturen, Reinigung oder Gepäckaufbewahrung, aber auch viele andere Dienstleitungen wie Fahrradverleih sein. Momentan gibt es im gesamten Freistaat nicht eine einzige Radstation, deutschlandweit sind es dagegen über 100. Lediglich in Oschatz existiert ein abschließbares Fahrradparkhaus. Ursprünglich wurden nur Radstationen an großen Bahnhöfen als lohnend angesehen. Inzwischen zählen zu den rund 70 Radstationen in Nordrhein-Westfalen auch Radstation mit nur 100 Stellplätzen an kleineren Haltepunkten. 66% der Radstationen in NRW befinden sich in Städten, die weniger als 100.000 Einwohner haben.

Positionspapier des ADFC Sachsen mit den politischen Forderungen für die kommenden zehn Jahre („Fahrradland 2030“)

Die Planungen zur Erneuerung der Ortsdurchfahrt der B 101 in Mittelsaida sind abgeschlossen. Im Rahmen der Erneuerung soll auch ein rund 500 Meter langer Fußweg geschaffen werden. Leider sehen die Planungen jedoch nicht den Bau eines Radweges vor. Entsprechend der vorliegenden Planungen müssen dann Radfahrende weiterhin die Straße benutzen. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) Sachsen befürchtet, dass Radfahrende gefährdet werden und aus Angst auf den Fußweg ausweichen. Die wird auf dem ohnehin schmalen Gehweg zu Konflikten mit Fußgängern führen und auch das Unfallrisiko an Grundstückseinfahrten erhöhen.

Konrad Krause, Geschäftsführer des ADFC Sachsen zeigt sich besorgt über die Planungen: „Überall haben Menschen das Bedürfnis, ihre Wege sicher mit dem Rad zu bewältigen und sich an der frischen Luft zu bewegen. In Mittelsaida wird das nach dem Ausbau der Ortsdurchfahrt nur schwer möglich sein, denn auf der B 101 herrscht ein hohes Verkehrsaufkommen.“ Mehr als 4.000 Autos befahren den Abschnitt täglich. Die Landesverkehrsprognose geht davon aus, dass dieser Wert in Zukunft weiter steigt. Des Weiteren ist der Schwerverkehrsanteil mit 12,2 % ebenfalls hoch. „Bei diesen Rahmenbedingungen halte ich es für unzumutbar, dass der Radverkehr gemeinsam mit dem motorisierten Verkehr auf der Straße fahren soll. In dem Planungsabschnitt an der B 101 befinden sich auch ein Imbiss sowie ein Bäcker. Möchten die Anwohner aus Mittelsaida diese Orte mit dem Rad erreichen, sind sie gezwungen, auf der stark befahrenen Bundesstraße im Mischverkehr zu fahren“, sagt Krause.

Bis zum 18. Oktober 2019 können noch Einwendungen gegen die Planungen bei der Landesdirektion Sachsen oder bei der Gemeindeverwaltung Großhartmannsdorf geäußert werden. Der ADFC hat sich mit einer Einwendung in den Planungsprozess eingebracht. Der Fahrradverband fordert die nachträgliche Planung eines Radwegs, damit sich auch für Radfahrende die Verkehrssicherheit verbessert. Die Planungen liegen noch bis zum 18. September in der Gemeindeverwaltung Großhartmannsdorf aus.

Hintergrund:

Teile der B 101 zwischen Großhartmannsdorf und Mittelsaida werden in der Radverkehrskonzeption des Freistaates bereits mit der höchsten Priorität A geführt. Zwischen Großwaltersdorf und Mittelsaida soll auf der S 207 noch eine Bedarfsprüfung erfolgen. Im Sinne des Zieles eines lückenlosen und praktisch nutzbaren Radnetzes im Freistaat Sachsen ist es daher nicht nachvollziehbar, warum die B 101 in Mittelsaida nicht mit einem Radweg ausgestattet wird.

Des Weiteren passieren mehr als 4.000 Kfz/24h den Planungsbereich und die Landesverkehrsprognose geht davon aus, dass dieser Wert in der Zukunft noch steigt. Die Empfehlungen für den Radverkehr (ERA) sehen ab einer Verkehrsstärke von 2.500 Kfz / 24 h straßenbegleitende Radverkehrsanlagen außerorts vor. Formell handelt es sich in dem betrachteten Planungsbereich zwar um eine Ortsdurchfahrt, jedoch führt die Bundesstraße nur durch eine Randlage des ohnehin kleinen Ortsteils Mittelsaida. Des Weiteren ist der Schwerverkehrsanteil mit 12,2 % ebenfalls hoch. Aufgrund dieser Rahmenbedingungen hält der ADFC Sachsen es nur für schwer zumutbar, Radfahrende hier im Mischverkehr fahren zu lassen.

Nur 28 % der sächsischen Bundesstraßen verfügen bisher über einen Radweg, während dieser Wert bundesweit bei über 40 % liegt. Bei den sächsischen Staatsstraßen beträgt der Ausstattungsgrad sogar nur 11 %.

Link zu den Planungen: https://www.lds.sachsen.de/bekanntmachung/?ID=15401&art_param=600
Link zur Radverkehrskonzeption des Freistaates: https://publikationen.sachsen.de/bdb/artikel/21895

 

Radverkehr gleichzeitig so präsent wie noch nie

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) Sachsen hat aus der Radperspektive auf die fünf Jahre der vergangenen Legislaturperiode zurückgeblickt. Dabei erhält die sächsische Staatsregierung ein durchwachsenes Zeugnis. Zwar hat die schwarz-rote Landesregierung die geplante Privatisierung der Radfahrausbildung an Grundschulen  gestoppt und die Möglichkeiten des Radwegebaus auf stillgelegten Bahndämmen verbessert. Andererseits waren die Bemühungen für mehr Verkehrssicherheit auf Sachsens Straßen sehr überschaubau. Der Personalmangel im Landesamt für Straßenbau und Verkehr (LASuV) hat sich in den letzten Jahren noch zugespitzt und der angekündigte Ausbau sächsischer Bahnhöfe mit Bike&Ride-Anlagen geht nur sehr schleppend voran. Des Weiteren verspricht die sächsische Staatsregierung zwischen 2014 und 2025 540 km neue Radwege an Bundes- und Staatsstraßen zu bauen, von denen in der aktuellen Legislatur jedoch erst 69 km realisiert wurden. Das Kabinett hat damit auch das selbst gesetzte Ziel verfehlt, den Radverkehrsanteil in Sachsen nennenswert zu erhöhen.

Konrad Krause, Geschäftsführer des ADFC Sachsen blickt jedoch hoffnungsvoll in die kommende Legislaturperiode: „Noch nie war das Thema Radverkehr in den sächsischen Landtagswahlprogrammen so präsent wie zur Landtagswahl 2019. Das zeigt, dass immer mehr Menschen in ganz Sachsen sicher mit dem Rad unterwegs sein wollen. Für die neue Staatsregierung ist dies ein klarer Arbeitsauftrag.“ Eine Auswertung der Landtagswahlprogramme zeigt, dass sich fast alle Parteien zu einem Ausbau des Radwegenetzes und zu besseren Bedingungen für Radfahrende bekennen. CDU, Linke, SPD und Grüne definieren dabei sogar explizit das Ziel, den Radverkehrsanteil zu erhöhen. „Ich freue mich auch, dass das Thema Verkehrssicherheit an Bedeutung gewinnt. SPD, Grüne und FDP haben in ihren Programmen sogar ausdrücklich formuliert, dass das oberste Ziel der Verkehrsplanung das Verhindern von Todesopfern sein muss“ sagt Krause.

Hintergrund:

Im Vorfeld der anstehenden Landtagswahlen hat der ADFC Sachsen die Arbeit der sächsischen Staatsregierung analysiert und eine Regierungsbilanz der vergangenen fünf Jahre erstellt. Außerdem analysierte der Fahrradverband die Programme zur Landtagsahl aus der Fahrradperspektive und stellte den Spitzenkandidaten fünf Fragen zur Radverkehrspolitik in Sachsen.

Das Fazit des ADFC Sachsen zu den vergangenen fünf Jahren fällt eher gemischt aus. Vor allem verpasste es die sächsische Staatsregierung, wirksamen Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit anzugehen. "Allein im letzten Jahr kamen auf Sachsens Straßen 35 Menschen auf dem Rad ums Leben. Beim Engagement der Staatsregierung für die Verkehrssicherheit muss die Staatsregierung endlich handeln." sagt Konrad Krause, Geschäftsführer des ADFC in Sachsen. Auf der anderen Seite unterstützte die Staatsregierung die Gründung die Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Städte. Auch beschloss der Sächsische Landtag mit dem Doppelhaushalt 2019 / 2020 eine Förderung von Lastenrädern, deren Förderrichtlinie jedoch noch nicht vom Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr (SMWA) bekannt gegeben wurde.

Mit einem Vergleich der Wahlprogramme und einer Befragung der Spitzenkandidaten brachte der ADFC die unterschiedlichen Positionen der Parteien zum Radverkehr in Sachsen ans Licht. Auf die Frage, wie man die Zahl der getöteten Radfahrenden reduzieren möchte, appellierte Michael Kretschmer (CDU) an die Eigenverantwortung und gegenseitige Rücksichtnahme, während Rico Gebhardt (Die Linke), Martin Dulig (SPD) und Katja Meier unter anderem auf ihre Forderung nach verpflichtenden Abbiegeassistenten in LKW des Freistaates verwiesen. Holger Zastrow (FDP) möchte das Problem dagegen durch eine digitale Verkehrssteuerung lösen und Cathleen Martin (Freie Wähler) verweist für sicheren Radverkehr auf eine Helmpflicht für Radfahrende.

                                     

Detaillierte Auswertung des ADFC Sachsen: https://adfc-sachsen.de/index.php/landtagswahl-2019

ADFC-Fragen zur Landtagswahl bei Abgeordnetenwatch: http://adfc-sachsen.de/678

Koalitionsvertrag 2014-2019: https://www.staatsregierung.sachsen.de/download/staatsregierung/AKTUELL_Koalitionsvertrag_CDU_SPD_2014-2019.pdf

ADFC erfreut: Engagement einer Bürgerinitiative zeigt Wirkung

Am vergangenen Freitag kündigte das Sächsische Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr (SMWA) an, entlang der ehemaligen Rennstrecke an der Staatsstraße S 161 zwischen Stürza und Heeselicht nun doch einen Radweg zu bauen. Die Breite der Staatsstraße 161 soll verringert werden, so wie es vor zwei Jahren bereits auf der S 163 realisiert wurde. Für den geplanten Umbau der S 161 wurde jedoch bisher kein straßenbegleitender Radweg geplant. Ursprünglich wurde die Straße in den 1920er Jahren als Rennstrecke gebaut und in den 1930er Jahren weiter als Rundkurs erschlossen. Die breiten Straßen laden nach wie vor zum Fahren mit teils deutlich überhöhten Geschwindigkeiten ein. Radfahrende, die hier auf der Straße fahren müssen, sind den Unfallgefahren schutzlos ausgeliefert. Bei einer aktuellsten Geschwindigkeitsmessung war das schnellste Fahrzeug mit 236 km/h unterwegs.

Konrad Krause, Geschäftsführer des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) Sachsen, freut sich über den Umschwung des Ministeriums: „Es ist schön, dass das Staatsministerium nun das zuständige Landesamt beauftragt hat, die Fehler in ihren Planungen zu korrigieren. Das war dringend notwendig, denn der Weg wird unter anderem auch von Kindern genutzt, die mit dem Rad zum Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr fahren.“

Seit zwei Jahren protestiert eine Bürgerinitiative um den Stürzaer Helmar Nestroy für einen straßenbegleitenden Radweg an den Staatsstraßen 161 und 163. Unter anderem initiierte die Initiative eine Petition, welche innerhalb von vier Wochen von 1670 Personen unterschrieben wurde. Außerdem organisierten sie zwei Fahrrad-Demonstrationen, zuletzt im April 2019. „Das Engagement von Bürgerinitiativen kann offensichtlich Wirkung entfachen. Im gesamten Freistaat gibt es viele Bürgerinitiativen, die Radwege an Staats- und Bundesstraßen fordern. Ich wünschte mir, dass sie bei den Planungsbehörden noch häufiger Gehör finden“ sagt Krause.

Hintergrund:

Ab einer Verkehrsstärke von 2.500 Kfz am Tag sehen die Regelwerke ("Empfehlungen für Radverkehrsanlagen / ERA") an Außerortsstraßen mit einer zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h den Anbau eines Radwegs vor. Für den Abschnitt zwischen Stürza und Heeselicht gibt es keine Verkehrszählungen, allerdings deuten andere Erfassungen im Umfeld darauf hin, dass mehr als 2.500 Kfz am Tag dieses Teilstück der ehemaligen Rennstrecke passieren. So ergab eine Verkehrszählung im vergangenen Jahr, dass durchschnittlich rund 3.100 Fahrzeuge pro Tag auf der benachbarten S 163 unterwegs sind, von denen nur zirka 100 in Hohburkersdorf oder Zeschnig abgebogen sind. Entsprechend müssen die verbleibenden 3.000 Fahrzeuge die S 161 passiert haben. Darüber hinaus geht aus einer Anfrage der Landtagsabgeordneten Katja Meier hervor, dass 2015 bei einer Zählstelle auf einem anderen Abschnitt der S 161 bei Stürza 2.777 Fahrzeuge am Tag gemessen wurden.

Obwohl nach den geltenden Regeln ein straßenbegleitender Radweg gebaut werden müsste, wird dieser Abschnitt der S 161 in der Radverkehrskonzeption des Freistaates nur mit der Priorität B geführt. Das bedeutete ursprünglich, dass vor dem Jahr 2025 definitiv keine Planungen in Auftrag gegeben werden sollten, obwohl für den Abschnitt eine Umbauplanungen vorliegt.

Nur 28 % der sächsischen Bundesstraßen verfügen bisher über einen Radweg, während dieser Wert bundesweit bei über 40% liegt. Bei den sächsischen Staatsstraßen beträgt der Ausstattungsgrad sogar nur 11 % (bundesweit 26%).

Pressemitteilung des SMWA: https://www.medienservice.sachsen.de/medien/news/227784
Fotomotive der Rennstrecke sowie von Aktivitäten der Bürgerinitiative: https://www.flickr.com/photos/adfcsachsen/albums/72157686984085800
Petition für einen Radweg an der S 163: https://www.openpetition.de/petition/online/radweg-an-einem-teilstueck-der-alten-rennstrecke-s-163#petition-main
Link zur Radverkehrskonzeption des Freistaates: http://www.radverkehr.sachsen.de/5700.html
Link zur Kleinen Anfrage zur S 161: http://edas.landtag.sachsen.de/viewer.aspx?dok_nr=17281&dok_art=Drs&leg_per=6&pos_dok=1&dok_id=undefined

Die gemeinsamen AOK- und ADFC-Aktionen „Mit dem Rad zur Arbeit“ werben regelmäßig für die alltägliche Fahrradnutzung und heben insbesondere den gesundheitlichen Nutzen hervor. Am Montag, dem 5. August 2019, fuhr der Ministerpräsident Michael Kretschmer bei einer Veranstaltung in Meerane „Mit dem Rad zur Arbeit“. Michael Kretschmer eröffnete die Fahrt und fuhr gemeinsam mit den Vorständen der AOK Plus, des ADFC Sachsen und weiteren Vertretern von Firmen aus der Region.

Niklas Schietzold, Mitglied im Vorstand des ADFC Sachsen, sieht im Fahrrad eins der wichtigsten Fortbewegungsmittel für Pendler. „Sehr viele Menschen sind bei ihrem Arbeitsweg auf das Rad angewiesen, oftmals in Kombination mit öffentlichen Verkehrsmitteln.“ Eine Studie des Bundesverkehrsministeriums zeigt, dass 28% aller Autofahrten und 19% aller Fahrradfahrten zur Arbeit führen. „Bekannt ist auch, dass viele Menschen gern mit dem Rad zur Arbeit fahren würden und dies aber nicht tun, weil sie ihren Weg als unsicher empfinden“, so Schietzold. Das bestätigt der vom Bundesverkehrsministerium geförderte Fahrrad-Monitor. Dort gaben 19% der Befragten an, dass sie das Rad nicht für ihren Arbeitsweg nutzen, weil sie diesen als zu gefährlich ansehen. Vor allem wurde aber auch festgestellt, dass sich insbesondere Frauen und ältere Personen öfter gefährdet fühlen. Diese Tendenz erhärtet sich mit den Ergebnissen des ADFC Fahrradklima-Tests 2018, wonach sich 71% der Sachsen gefährdet fühlen, wenn sie mit dem Rad unterwegs sind. Daher fordert Schietzold eine Verkehrswende: „Für die wichtigen Pendelverbindungen sind massive Investitionen in eine sichere Fahrrad-Infrastruktur notwendig, um noch viel mehr Menschen einen gefahrlosen Arbeitsweg zu ermöglichen.“

Hintergrund:

Im „Mit dem Rad zur Arbeit“-Aktionszeitraum von Mai bis August können Pendler ihre tägliche Fahrradnutzung in einem persönlichen Aktionskalender online erfassen. Während des Aktionszeitraums gilt es an mindestens 20 Tagen mit dem Rad zur Arbeit zu fahren. Fernpendler kombinieren dabei den Arbeitsweg einfach mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Es zählen auch Teilstrecken, zum Beispiel für den Weg zum Bahnhof und zurück.

Wer das 20-Tage-Ziel erreicht und seine Leistungen vor dem Teilnahmeschluss im Aktionskalender festhält, nimmt automatisch an der Verlosung von Sachpreisen teil. Rückmelde-Schluss hierfür ist der 17. September 2019.

Die aktiven Teilnehmenden gewinnen jedoch in jedem Fall, denn durch mehr Bewegung im Alltag stärken sie ihre Gesundheit und das Wohlbefinden. Regelmäßiges Radfahren schützt vor Zivilisationskrankheiten wie Übergewicht sowie Herz- und Kreislauf-Erkrankungen. Auch teilnehmende Firmen profitieren von radelnden Arbeitnehmern, denn ihre Betriebe gewinnen dadurch leistungsfähige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Die Analysen der AOK zeigen, dass etwa zwei Drittel der Teilnehmerinnen und Teilnehmer auch nach dem Aktionszeitraum weiter mit dem Rad zur Arbeit fahren. Aktuell nutzen 32 Prozent aller Fahrradbesitzer ihr Rad auch auf dem Weg zur Arbeit.

-       Hashtag zur Kampagne: #mdrza

-       Link zu Mit dem Rad zur Arbeit: https://www.mit-dem-rad-zur-arbeit.de/bundesweit/index.php

-       Ergebnisbericht der BMVI-Studie Mobilität in Deutschland: https://www.bmvi.de/SharedDocs/DE/Anlage/G/mid-ergebnisbericht.pdf?__blob=publicationFile

-       Analysen zum Rad- und Fußverkehr im Rahmen der BMVI-Studie: http://www.mobilitaet-in-deutschland.de/pdf/MiD2017_Analyse_zum_Rad_und_Fu%C3%9Fverkehr.pdf

-       Link zum Fahrradmonitor: https://www.bmvi.de/SharedDocs/DE/Anlage/G/fahrradmonitor-2017-ergebnisse.pdf?__blob=publicationFile

-       Mehr Infos zur Verkehrswende: https://www.adfc.de/fileadmin/user_upload/Expertenbereich/Politik_und_Verwaltung/Download/So_geht_Verkehrswende_ADFC-Booklet_Stand_05_2019.pdf

ADFC Sachsen erfreut über Fortschritte im Radtourismus

Am Freitag, dem 2. August 2019 gab Minister Martin Dulig die erste Teilstrecke des SachsenNetz Rad im Rahmen einer Radtour von Trebsen nach Wurzen offiziell frei. Entlang dieser Strecke im Leipziger Land wurden die ersten Prototypen der neuen einheitlichen Beschilderung aufgestellt. Das SachsenNetz Rad ist das touristische Hauptnetz der Radwege in Sachsen. Es umfasst zehn Radfernwege, mehr als 60 regionale Hauptradrouten und etliche sonstige Radstrecken, die touristische Ziele im Freistaat verbinden.

Niklas Schietzold, Mitglied im Vorstand des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) Sachsen, freut sich über die erste Umsetzung der Beschilderung: „Sachsen hat enormes Potential für den Radtourismus. Ein dichtes und hochwertiges Beschilderungsnetz ist eine wichtige Grundvoraussetzung, um Sachsen flächendeckend für Radtourismus zu erschließen. Ich freue mich, dass Minister Dulig das erkannt hat und sein Ministerium die Beschilderung vorantreibt.“ Gleichzeitig gibt es im Freistaat noch deutliche Ausbaufähigkeit bei touristischen Radrouten. Der ADFC Sachsen kritisiert, dass abseits des Elberadwegs noch zu wenig für den Radtourismus getan wird. „Sachsen hat herrliche Regionen, aber abseits der wenigen Hauptradrouten ist es oftmals einfach unattraktiv, hochwertige touristische Ziele mit dem Rad zu erkunden. Etliche touristische Verbindungen mit großem Potential werden nach wie vor nicht mit Radrouten abgedeckt. Und dort wo Radrouten in der Karte stehen, findet man sich oft auf lückenhaften, holprigen oder zugewachsenen Radwegen wieder, sofern sie denn überhaupt existieren“, so Schietzold.

Was im Moment fehlt, sind konkrete Ausbaustrategien für Lückenschlüsse, etwa für den Mulde- und den Elsterradweg. Auch die radtouristische Erschließung der Oberlausitz sollte nun von Minister Dulig als dringende Aufgabe erkannt werden. So kritisiert der ADFC Sachsen die fehlende Verbindungsradroute zwischen dem Elbe- und dem Oder-Neiße-Radweg. Um für Touristen die Anreise mit dem Rad in diese Region attraktiv zu gestalten fordert der ADFC Sachsen darüber hinaus eine Anbindung von Bautzen und Görlitz an den Eisenbahnfernverkehr.

Hintergrund:

Das SachsenNetz Rad wird ständig ausgebaut. In der aktuellen Ausbauplanung umfasst es 5.176 km Radwege, davon 2.254 km Radfernwege, 2.357 km regionale Hauptradrouten sowie 565 km sonstige Strecken in unterschiedlicher Baulast. Die zehn sächsischen Radfernwege sind die Mittellandroute, der Elberadweg, der Mulderadweg, der Spreeradweg, der Oder-Neiße-Radweg, der Zschopautalradweg, der Radfernweg Sächsische Mittelgebirge, die Sächsische Städteroute, der Elsterradweg sowie der Froschradweg.

Radtourismus gewinnt zunehmend an Relevanz, wie die jährlichen Radreiseanalysen des ADFC zeigen. So unternahmen im Jahr 2018 bereits 5,5 Millionen Deutsche eine mindestens dreitägige Radreise. Im Vergleich zu 2017 ist dies ein Anstieg um 27% (4,3 Millionen im Jahr 2017). Mehr als jede zweite Person in Deutschland unternahm im vergangenen Jahr mindestens einen Tagesausflug mit dem Rad. Gleichzeitig verlor der Elberadweg seine Position als beliebtester Radweg Deutschlands. Der Elberadweg war 14 Jahre lang die beliebteste touristische Radroute in der Bundesrepublik und wurde nun vom Weser-Radweg auf Platz 2 verdrängt. 2017 gaben 13,7% der Befragten an, dass der Elberadweg ihr beliebtester Radfernweg in Deutschland sei. 2018 waren es nur noch 8,3%, 2019 nur 6,2%. Der Weser-Radweg gewann im gleichen Zeitraum hingegen deutlich an Popularität, weil entscheidende Investitionen in die Infrastruktur sowie das Marketing getätigt wurden und der Streckenverlauf verbessert wurde. Andere touristische Routen in Sachsen wie der Oder-Neiße-Radweg, der Mulderadweg oder die Sächsische Städteroute haben es in diesem Jahr nicht unter die populärsten zehn Radrouten in Deutschland geschafft. Der Oder-Neiße-Radweg war in der Vergangenheit mehrmals in den Top-Ten-Auflistungen präsent.

Der ADFC ist der führende Akteur im Bereich Radtouren in Sachsen. Im vergangenen Jahr organisierte der Verein ehrenamtlich 320 Radtouren mit über 4.500 Teilnehmenden im gesamten Freistaat. Die Touren werden zum Großteil von Nichtmitgliedern genutzt und stellen außerdem ein häufig genutztes Angebot für Touristen dar. Des Weiteren verfügen fast 200 Betriebe in Sachsen über das Bett+Bike-Zertifikat des ADFC, welches fahrradfreundliche Übernachtungsmöglichkeiten auszeichnet.

Informationen zum SachsenNetz Rad: https://www.radverkehr.sachsen.de/9202.html

Link zu den Ergebnissen der ADFC-Radreiseanalyse: https://www.adfc.de/fileadmin/user_upload/Expertenbereich/Touristik_und_Hotellerie/Radreiseanalyse/Downloads/Praesentation_ADFC-Travelbike-Radreiseanalyse_2019.pdf

Link zum Handout zur ADFC-Radreiseanalyse: https://www.adfc.de/fileadmin/user_upload/Expertenbereich/Touristik_und_Hotellerie/Radreiseanalyse/Downloads/190308_FINAL_ADFC_Handout_Radreiseanalyse_2019.pdf

                                              

Personalmangel im LASuV

Sächsischer Rechnungshof und ADFC Sachsen kritisieren zunehmende Aufgabenübernahme durch die landeseigene LISt GmbH

Der sächsische Rechnungshof kritisiert in seinem aktuellen Bericht die zunehmende Übernahme von hoheitlichen Aufgaben durch die landeseigene LISt GmbH. Die Gesellschaft existiert seit 2001 parallel zum Landesamt für Straßenbau und Verkehr (LASuV) und sollte eigentlich nur für einen Übergangszeitraum agieren. Tatsächlich hat sie inzwischen rund 180 Beschäftigte und generiert achtstellige Umsätze pro Jahr. Die LISt übernimmt unter anderem ingenieurtechnische Aufgaben im Bereich des Radwege- und Straßenbaus. Aus Sicht des Rechnungshofes wurden die Tätigkeiten der List „über die vereinbarten Kernleistungen hinaus erheblich ausgeweitet.“

Rolf Leonhardt, Vorstandsmitglied im Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) Sachsen, zeigt sich besorgt über die Personalsituation in der sächsichen Straßenverwaltung: „Es kann nicht sein, dass hoheitliche Aufgaben zunehmend ausgelagert werden, weil es einen Personalmangel in den Niederlassungen des LASuV gibt.“ Aktuell sind von den fast 1000 Beschäftigten des sächsischen Landesamts für Straßenbau und Verkehr weniger als 1% der Vollzeitstellen mit der Planung von Radverkehrsinfrastruktur beschäftigt. Der ADFC Sachsen fordert daher, deutlich mehr Stellen für die Radverkehrsplanung im LASuV zu schaffen, um die Lücken im sächsischen Radwegenetz schneller zu schließen. Nur 28 % der sächsischen Bundesstraßen verfügen bisher über einen Radweg, während dieser Wert bundesweit bei über 40 % liegt. Bei den sächsischen Staatsstraßen beträgt der Ausstattungsgrad sogar nur 11 %. Eine langfristige Bindung von Planern an das Landesamt ist sinnvoll, da der Bau von hunderten Radweg-Kilometern in den kommenden Jahren folgen soll. „Der Bau von Radwegen ist heute ebenso aufwendig wie der Bau von Straßen. Ausreichend Planer-Stellen sind erforderlich, damit der Freistaat bis 2030 wenigstens bundesdeutsches Durchschnittsniveau bei der Radwegeausstattung erreicht.“, so Leonhardt.

Hintergrund:

Zwischen 2004 und 2018 stieg die Zahl der LISt-Angestellten von 59 auf 180, während die Zahl der Mitarbeitenden der LASuV-Niederlassungen seit ihrer Gründungen 2013 kontinuierlich sinkt. Mit dem Stellenzuwachs bei der LISt GmbH geht auch eine Zunahme an Aufgaben und Erlösen einher, so der Landesrechnungshof. Die eigentliche Aufgabe, die LASuV-Niederlassungen nur zu entlasten, wird schon lange nicht mehr wahrgenommen.

Der sächsische Rechnungshof kritisiert auch, dass eine parlamentarische Kontrolle der LISt GmbH schwerer falle als die Kontrolle des Landesamtes. Angesichts des Wachstums der LISt entstehe ein immer größerer Parallelhaushalt ohne systematische und enge Kontrolle.

Weitere Informationen

Link zu den Forderungen des ADFC Sachsen für eine gelungene Förderung des Radverkehrs auf Landes- und Kommunalebene: https://sn.adfc-clouds.de/index.php/s/Q8ybB7933R43C5B#pdfviewer

Link zum Bericht des Rechnungshofes: http://www.rechnungshof.sachsen.de/JB2018-I-14.pdf

Webseite der LISt: http://www.list.sachsen.de/

So viele neue Mitglieder wie noch nie. Zu diesem Ergebnis kommt der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) Sachsen in seiner Zwischenbilanz des Jahres 2019. In der ersten Jahreshälfte konnte der ADFC Sachsen über 800 neue Mitglieder begrüßen. In den zehn vergangenen Jahren wuchs der sächsische Fahrrad-Club pro Halbjahr dagegen durchschnittlich um 200 Personen. Mit 6332 Mitgliedern ist die Fahrradlobby einer der größten eingetragenen Vereine im Freistaat.

„Wir freuen uns sehr darüber, wieviel Zuspruch unsere nahezu ausschließlich ehrenamtliche Arbeit findet. Das zeigt uns, dass es für viele Menschen in Sachsen wichtig ist, sicher und komfortabel Radfahren zu können" sagt Konrad Krause, Geschäftsführer des ADFC Sachsen.

Mehr als die Hälfte der sächsischen ADFC-Mitglieder wohnt in Dresden, weitere 1450 leben in Leipzig. „Auch wenn die Mehrheit unserer Mitglieder in Dresden und Leipzig wohnt, sind wir auch außerhalb der großen Städte sehr aktiv. Eines unserer großen Themen ist der Ausbau des überörtlichen Radwegenetzes an Staats- und Bundesstraßen“ sagt Krause. Nur 28 % der sächsischen Bundesstraßen verfügen bisher über einen Radweg, während dieser Wert bundesweit bei über 40% liegt. Bei den sächsischen Staatsstraßen beträgt der Ausstattungsgrad sogar nur 11 %.

Bundesweit hat der ADFC mehr als 180.000 Mitglieder. Das durchschnittliche ADFC-Mitglied in Sachsen ist 46 Jahre alt, 37% aller sächsischen ADFC-Mitglieder sind jünger als 40 Jahre. Der Verein setzt sich vor Ort für eine fahrradfreundliche, sichere und komfortable Verkehrsplanung ein. 2018 organisierte der ADFC in Sachsen 320 Radtouren mit rund 4500 Teilnehmenden. Außerdem berät der Fahrradclub zu technischen Fragen rund ums Fahrrad.

ADFC-Mitglieder profitieren darüber hinaus von der ADFC-Pannenhilfe, die im Fall einer Havarie Rad und Fahrer unter die Arme greift und, falls die Panne nicht vor Ort behoben werden kann, bis zur nächsten Fahrradwerkstatt bringt. Des Weiteren zeichnet der ADFC fahrradfreundliche Übernachtungsmöglichkeiten mit dem Bett+Bike-Zertifikat aus. In Sachsen gibt es fast 200 Bett+Bike-Unterkünfte.

Eine Einzelmitgliedschaft im ADFC kostet 56€ jährlich, der Mitgliedsbeitrag für unter 27-jährige liegt bei 33€. Darüber hinaus bietet der ADFC Haushalts- und Familienmitgliedschaften an für 68€ im Jahr an.

Weitere Informationen:

Zur ADFC-Pannenhilfe: www.adfc.de/artikel/die-adfc-pannenhilfe/

Zu Mitgliedervorteilen des ADFC: www.adfc.de/sei-dabei/

Zum Projekt Bett+Bike: www.bettundbike.de

Zum Projekt fahrradfreundlicher Arbeitgeber: www.fahrradfreundlicher-arbeitgeber.de/

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