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Umfrage des ADFC zeigt große regionale Unterschiede im Freistaat auf

39% der Radfahrenden in Sachsen wünschen sich mehr geöffnete Einbahnstraßen in die Gegenrichtung. Dies zeigen die Ergebnisse des Fahrradklima-Test, den der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) in der vergangenen Woche veröffentlichte. Allerdings gibt es erhebliche regionale Unterschiede. So sind in Bautzen 88% der Radfahrenden mit ihren geöffneten Einbahnstraßen zufrieden, in Hohenstein-Ernstthal sind es dagegen nur 8%. Die Nutzung einer Einbahnstraße in die Gegenrichtung ist Radfahrenden immer dann gestattet, wenn das Zusatzzeichen "Radfahrer frei" angebracht ist.

Konrad Krause, Geschäftsführer des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs Sachsen, sieht in einigen sächsischen Städten bereits große Fortschritte: „Bautzen, Görlitz, Hoyerswerda und Leipzig haben für den Radverkehr schon viele Einbahnstraßen in die Gegenrichtung geöffnet. Das spart Umwege macht das Radfahren attraktiver und sogar sicherer.“ Sind Einbahnstraßen nicht geöffnet, müssen Radfahrende oft große Umwege in Kauf nehmen oder ihr Rad auf dem Fußweg schieben. „Die Öffnung von Einbahnstraßen für Radfahrende ist oft einfach möglich, erhöht den Komfort von Radfahrenden und führt entgegen vieler verbreiteter Mythen nicht zu höheren Unfallzahlen.“

Es sei ja erklärtes Ziel der Verkehrspolitik, Radverkehr attraktiver zu machen und die Menschen zum Umsteigen aufs Rad zu animieren. Dafür ist laut ADFC die Öffnung von Einbahnstraßen für den Radverkehr eine einfache und geniale Möglichkeit: Die Wege mit dem Rad werden kürzer, das Fahrrad als Verkehrsmittel gewinnt an Attraktivität und damit auch der städtische Verkehr. „Wenn Rad fahren unkomplizierter und umwegärmer wird, nutzen mehr Menschen das Fahrrad für eine größere Zahl an Wegen. Das nützt auch den Autofahrern, denn die stehen am Ende weniger im Stau.“ ist der ADFC-Geschäftsführer überzeugt.

Hintergrund

Die Allgemeine Verwaltungsvorschrift zur Straßenverkehrs-Ordnung definiert die Kriterien, nach denen Einbahnstraßen für den Radverkehr in die Gegenrichtung geöffnet werden können. Dazu zählt, dass die Höchstgeschwindigkeit nicht bei über 30 km/h liegt und dass die Straße, abgesehen von einigen Engstellen, mindestens 3,50 m breit ist. Außerdem darf die Verkehrsdichte des Schwerlastverkehrs nicht übermäßig hoch sein und die Streckenführung muss übersichtlich sein. Obwohl diese Kriterien an vielen Orten erfüllt sind, werden Einbahnstraßen oft nicht für den Radverkehr geöffnet.

Geöffnete Einbahnstraßen führen nicht zu mehr Konflikten zwischen Auto- und Radfahrenden, wie ein Forschungsbericht des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft zeigt. Dies ist auch unabhängig vom Rad- und Autoverkehrsanteil. Für die Wissenschaftler gibt es keinen Zusammenhang zwischen Infrastruktur, Konflikten und Unfällen. Sie beobachteten in ihrer Forschung verschiedene Einbahnstraßen in unterschiedlichen Städten mit variierenden Verkehrszahlen und baulichen Gegebenheiten. Wenn Einbahnstraßen für den Radverkehr geöffnet sind, fahren außerdem weniger Radfahrende auf dem Fußweg und es gibt weniger Unfälle mit geöffneten Türen.

Innerhalb des Freistaates gibt es große Unterschiede mit der Zufriedenheit von geöffneten Einbahnstraßen. Im Vogtlandkreis wünschen sich 70% der Radfahrenden mehr geöffnete Einbahnstraßen, im Landkreis Zwickau sind es 74%, im Erzgebirgskreis sogar 80%. In Leipzig hingegen sind 80% mit den geöffneten Einbahnstraßen in die Gegenrichtung zufrieden, im Landkreis Görlitz sind es 74%, im Landkreis Bautzen 71%. Mit einer Zufriedenheit von 88% hat die Stadt Bautzen den höchsten Zufriedenheitswert aller Städte im Freistaat.

Der ADFC Sachsen will zukünftig noch mehr Städte davon überzeugen, attraktive Wege für den Radverkehr zu schaffen, indem mehr innerstädtische Einbahnstraßen in die Gegenrichtung geöffnet werden.

Papier zur Öffnung von Einbahnstraßen (GDV): https://udv.de/download/file/fid/9671

Sicherheitsbewertung der Öffnung von Einbahnstraßen (GDV): https://udv.de/download/file/fid/9673

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