Nav Ansichtssuche

Navigation

Immer mehr Sachsen haben ein Fahrrad / Autobesitz in Großstädten geht zurück
ADFC: Mehr Investionen in Radverkehr nötig

Für die Sachsen gewinnt das Fahrrad als Verkehrsmittel immer mehr an Bedeutung. Gleichzeitig nimmt in den Großen die Zahl der privat-Pkw pro 1000 Einwohner seit einigen Jahren ab. Das zeigen Zahlen des Statistischen Landesamtes und des Kraftfahrt-Bundesamtes, die der ADFC Sachsen zusammengestellt hat.

Besonders in den Großstädten ist die Zahl der Fahrräder in den letzten Jahren stark angestiegen. Spitzenreiter in Sachen Fahrradbesitz ist Leipzig. Hier kommen auf 1000 Einwohner 915 Drahtesel. In Dresden liegt der Wert bei 884 Rädern, auf 1000 Chemnitzer kommen 751 Fahrräder. Innerhalb der letzten fünfzehn Jahre hat der Fahrradbesitz in Dresden und Chemnitz um 75% zugenommen, in Leipzig sogar um über 85%. Konrad Krause, Geschäftsführer des ADFC Sachsen führt das auf einen Bewusstseinswandel der Sachsen zurück: "Die Menschen interessieren sich stärker für ihre Gesundheit und wollen dafür auch etwas tun. Immer mehr Menschen bauen aktive Bewegung an der frischen Luft in ihren Alltag ein, etwa auf dem Weg zur Arbeit. Das geht mit dem Fahrrad wunderbar."

Während immer mehr Menschen mit dem Rad unterwegs sind, scheint beim Autoverkehr immer deutlicher eine Trendwende einzusetzen. Von der Wende bis zum Jahr 2011 (in Chemnitz bis 2012) wuchs die Zahl der Autos pro 1000 Einwohner Jahr für Jahr rapide an. Im Gegensatz zum Einwohnerwachstum von Leipzig, Chemnitz und Dresden nimmt der Bestand an Autos seitdem aber deutlich schwächer zu. Die Folge: Die Zahl der Pkw pro 1000 Einwohner geht in den sächsischen Großstädten zurück. In Chemnitz haben von 1000 Einwohnern noch 493 ein Auto, in Dresden 401 und in Leipzig gar nur noch 379. Immer mehr Menschen leben ohne ein eigenes Auto und legen ihre Wege zur Arbeit, zum Einkaufen oder in der Freizeit mit dem Rad zurück.

Während auch landesweit die Zahl der Fahrräder in den letzten Jahren deutlich zugenommen hat (2013: 773 Fahrräder auf 1000 Haushalte), ist beim Autobesitz noch kein Rückgang zu verzeichnen. Dennoch ist auch landesweit seit 2011 eine Stagnation des privaten Autobesitzes erkennbar. Auf 1000 Einwohner kamen im Jahr 2014 landesweit 516 Pkw.

Krause fordert angesichts der wachsenden Beliebtheit des Fahrrads ein Umdenken auch bei Verkehrspolitikern in den Kommunen und im Land: "Die Sachsen wollen mehr Radfahren. Der Fahrradboom ist nicht nur ein Phänomen der Großstädte, vielmehr schlummern gerade in den mittelgroßen Städten große Potentiale für den Radverkehr." Hier werde aber bisher zu wenig gemacht und Sachsen drohe, den Fahrradtrend weitgehend zu verschlafen.

Für den Wandel im Verkehrsverhalten gibt es viele Gründe. Neben einem gewachsenen Gesundheitsbewusstsein ist das die verblassende Statusbedeutung des Autos und natürlich auch die hohen Kosten, die mit dem Besitz eines Autos einhergehen. "Die Einstellung zum Auto wird rationaler und bei einer etwas emotionsloseren Betrachtung des Themas kommt das Fahrrad öfter in die engere Wahl als die sehr ungünstige Mobilität mit dem Auto. Freilich ist hier auch eine zunehmendes Auseinanderfallen von Städten und eher ländlicheren Regionen zu sehen. Der Freistaat ist deshalb umso mehr gefordert, die Mobilitätsbedingungen und die Verkehrssicherheit für Radfahrer zu verbessern, damit mehr Leute auch hier den Umstieg aufs Rad angehen können." so Krause.

Der ADFC hält jährlich Investitionen in Höhe von mindestens 5 Euro pro Einwohner, also 20 Mio. Euro pro Jahr für den Radverkehr in Sachsen für erforderlich. Im aktuellen Landeshaushalt stehen für das Jahr 2015 13 Mio. Euro.

Anlage: Statistik über Auto- und Fahrradbesitz in Sachsen, basierend auf Daten des Statistischen Landesamtes Sachsen und des Kraftfahrt-Bundesamtes (pdf)

ADFC: Sichere Abstellmöglichkeiten und mehr aktive Polizeiarbeit nötig

Immer mehr Menschen in Sachsen fahren im Alltag Fahrrad. Leider steigt auch im gleichen Maße der Diebstahl des gesunden Fortbewegungsmittels. Wie die aktuellen Zahlen des LKA Sachsen zeigen, werden besonders in den sächsischen Großstädten immer mehr Fahrräder gestohlen. In Leipzig, wo die Zahl der Rad-Diebstähle schon länger hoch ist, wurden 2014 fast 7.000 Diebstähle gemeldet - eine Steigerung um 68% in fünf Jahren. Auch in Dresden hat der Fahrraddiebstahl Hochkonjunktur. Hier wurden im letzten Jahr zwar 1.000 Räder weniger aus Kellern und von öffentlichen Plätzen entwendet als in der Messestadt. Hier hat der Fahrraddiebstahl während der letzten Jahre deutlicher zugenommen als in Leipzig.

Die Aufklärungsquote liegt mit 13,9% der Fälle auf einem niedrigem Niveau. Das ist im deutschen Vergleich nicht der schlechteste Wert, zeigt aber dass der Druck auf Fahrraddiebe sehr gering ist. In Sachsen bleiben 18.000 von den 21.500 gestohlenen unauffindbar.

"Keiner möchte zu spät zur Arbeit erscheinen oder den Einkauf zu Fuß nach Hause tragen, weil Langfinger sich das Zweirad geschnappt haben." sagt Olaf Matthies, Vorsitzender des ADFC Sachsen. "Und wer seinem Kind schon mal erklären musste, dass es böse Menschen gibt, die Fahrräder vom Schulhof stehlen, wünscht sich, dass mehr getan wird."

Um dem Problem Herr zu werden, muss an mehreren Punkten angesetzt werden. Sicherere Abstellmöglichkeiten gehören nicht nur an zentrale Plätze, sondern überall dorthin, wo Menschen ihr Rad parken wollen. So können die Radfahrer der Forderung von Polizei und den Versicherungen nachkommen und ihre Räder an feste Gegenstände anschließen. "Wer seinen Bürgern noch billige Felgenkiller, an denen nur das Vorderrad gesichert werden kann, braucht sich über eine hohe Anzahl von Fahrraddiebstählen nicht wundern." so Olaf Matthies weiter. "Und es ist auch besser für das Stadtbild, wenn nicht  jedes Verkehrsschild als Sicherungsmöglichkeit für das geliebte Fahrrad genutzt wird". Die Sächsische Staatsregierung sollte hier nicht nur mehr Geld in die Hand nehmen, um den Bau von Fahrradabstellanlagen zu fördern sondern auch einheitliche Vorgaben zum Fahrradparken einführen.

"Auch auf der polizeilichen Seite muss mehr getan werden." fordert Olaf Matthies. "Warum gibt es keine Sonderermittlungsgruppen, die an Stellen mit häufigen Diebstahl aktiv werden und moderne Ermittlungsmethoden einsetzen? Auch Fahrräder lassen sich mit GPS orten oder das Internet nach Hehlerware überwachen. Mehr Sichtbarkeit der Polizei, gern auch auf dem Fahrrad, hilft dabei, Dieben das Geschäft zu erschweren." Auch deshalb findet ADFC die sächsische Polizeireform nicht für sinnvoll. Weniger Personal und größere Zentralisierung wird wahrscheinlich nicht zu einer Verringerung des Fahrraddiebstahls im Freistaat führen.

Auch Radfahrer selbst könnten sich oft besser gegen Fahrraddiebstahl schützen. Der ADFC empfiehlt, 10% des Kaufpreises in die Sicherheit des Fahrrads zu investieren (Fahrradschloss, kodierte Verschraubungen, Versicherung etc.). Die ADFC-Ortsgruppen in Dresden, Bautzen, Görlitz und Zittau bieten darüber hinaus als weiteren Baustein der Abschreckung eine Fahrradcodierung an.

Mehr zum Thema Fahrraddiebstahl in Sachsen: www.adfc-sachsen.de/451
Mehr zum Thema Diebstahlschutz: http://www.adfc.de/diebstahl



Anhang: Fahrraddiebstahl nach Sächsischen Landkreisen


2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2007-2014
Dresden 2334 1899 2243 2713 3348 3988 5514 5985 +156,43%
Leipzig 4560 4296 4001 4117 4574 6067 6502 6933 +52,04%
Chemnitz 564 530 693 672 653 814 915 1050 +86,17%
LK Bautzen 1415 1397 1034 1046 1042 1145 977 854 -39,65%
Erzgebirgskreis 208 188 159 205 240 275 252 257 +23,56%
LK Görlitz 1126 1295 1477 1257 1413 2042 1631 1655 +46,98%
LK Leipzig 1158 1085 879 904 802 1134 970 966 -16,58%
LK Meißen 1025 814 592 631 708 977 795 813 -20,68%
LK Mittelsachsen 545 413 380 356 339 587 459 431 -20,92%
LK Nordsachsen 1199 1028 794 728 782 1154 900 951 -20,68%
LK Sächs.Schweiz 355 415 334 442 431 435 485 567 +59,72%
Vogtlandkreis 191 196 153 245 284 373 286 249 +30,37%
LK Zwickau 562 488 473 596 603 837 658 788 +40,21%
Sachsen 15244 14044 13212 13928 15221 19828 20346 21500 +41,04%
Aufgeklärte Fälle 1894 1502 1326 1401 1662 2470 2833 2991
Aufklärungsquote 12,4% 10,7% 10,0% 10,1% 10,9% 12,5% 13,9% 13,9% +11,97%
Bundesweit 372045 358049 345347 306559 328748 326159 316857 339760 -8,68%
Aufklärungsquote 12,5% 10,5% 10,3% 10,1% 10,0% 9,7% 9,6% 9,6% -23,2%

Zum Abriss eines 59 Meter langen Teilstücks des Elberadwegs durch die Architektin Regine Töberich sagt Konrad Krause, Geschäftsführer des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs Sachsen (ADFC):

"Ich bin entsetzt, dass es zu diesem völlig willkürlichen Akt der Zerstörung am Elberadweg gekommen ist. Damit hätte ich wirklich nicht gerechnet. Leidtragende sind hier Radfahrer und Fußgänger, deren Wege hier entlang fürhen. Dass sie für die Probleme mit einem Bauprojekt in Sippenhaft genommen werden, geht überhaupt nicht, ich hätte auch nicht erwartet, dass es wirklich soweit kommt."

"Die Rechtslage um den Elbradweg ist eindeutig. Der Wegabschnitt in Dresden-Pieschen ist seit 2001 als öffentlicher Weg gewidmet, die Zerstörung der Asphaltdecke damit eindeutig rechtswidrig." (siehe Anlage)

"Wir erwarten von der Stadt dass sie den Weg schnellstens wiederherstellt und dass sie geeignete Maßnahmen ergreift, um derartige Dinge künftig zu verhindern."

Mehrere Tausend Menschen nutzen den Elberadweg täglich als ihren Arbeitsweg mit dem Fahrrad, hinzu kommen Freizeitsportler und Spaziergänger. Bei der Radreiseanalyse des ADFC ist der Elbradweg wiederholt zum beliebtesten Radfernweg Deutschlands gekürt worden.

Staatssekretär Brangs: Radverkehr in Sachsen muss weiter gestärkt werden.

Der ADFC Sachsen hat am Dienstag in Dresden die Ergebnisse der sächsischen Städte im Fahrradklima-Test vorgestellt. Im Freistaat liegt Löbau mit einer Durchschnittsnote von 3,05 an erster Stelle. Spitzenreiter unter den Städten mit 50.000-100.000 Einwohnern ist Görlitz (Durchschnittsnote 3,79). Unter den drei großen Städten hat wieder Leipzig das Rennen gemacht (3,61).

Freiberg, Zwickau und Chemnitz wurden vom ADFC für ihre Bemühungen um den Radverkehr als sächsische Aufsteiger ausgezeichnet. Im Vergleich zu den Ergebnissen 2012 haben die drei Städte die größten Fortschritte gemacht. "Dass ausgerechnet diese drei eher bergigen Städte die größten Schritte nach vorn machen, finde ich klasse. Das widerlegt erneut das Vorurteil, in Regionen mit Bergen könne man den Radverkehr nicht voran bringen." sagte Olaf Matthies, der Vorsitzende des ADFC Sachsen.

"Die Menschen wollen mehr Radfahren. Der ADFC will ihnen das leichter machen, deshalb machen wir nun schon zum sechsten mal den Fahrradklima-Test."

Mit steigender Resonanz: Über 5000 Teilnehmer haben allein in Sachsen in ihrer Heimatstadt die Bedingungen für's Radfahren bewertet, 23 Städte haben es in Sachsen in die Wertung geschafft. Das sind doppelt so viele wie zum Fahrradklima-Test vor zwei Jahren. Bundesweit haben 468 Städte am Klimatest teilgenommen.

Die Bewertung der einzelnen Kategorien zeigt, dass in manchen sächsischen Städten der Radverkehr noch nicht im Fokus der Rathäuser steht. In fünf der 27 Kategorien nehmen sächsische Städte den bundesweit letzten Platz ein. Dabei handelt es sich um den Fahrraddiebstahl (Görlitz), das Fahren im Mischverkehr mit Kfz (Ebersbach), die Radwegweisung (Limbach-Oberfrohna), die Freigabe von Einbahnstraßen sowie die Förderung des Radverkehrs in jüngster Zeit (beides Zschopau).

Auch im bundesdeutschen Vergleich bleibt in Sachsen noch einiges zu tun: Von den 292 Städten beim Fahrradklima-Test unter 50.000 Einwohnern landeten unter den zehn letzten Plätzen fünf sächsische Städte. Gerade viele kleinere Städte stehen stellvertretend für einen großen Nachholbedarf und viele strukturelle Mängel bei der Radverkehrsförderung im Freistaat.

Besonders kritisch sehen Sachsens Radfahrer die zögerliche Öffnung von Einbahnstraßen für den Radverkehr und die lückenhafte Wegweisung touristischer Routen. In vielen Städten würden die Potentiale des Fahrrads als praktisches und zügiges Verkehrsmittel nicht ausgenutzt, Radfahrer stattdessen unnötig ausgebremst. In den größeren Städten bewerteten Sachsens Radfahrer außerdem den Winterdienst auf Radwegen und den Fahrraddiebstahl als vordringliche Probleme.

"Freistaat, Kommunen und Landkreise könnten deutlich mehr für den Radverkehr tun. Dabei sind nicht unbedingt fehlende Finanzmittel ein Problem. Oft werden auch preiswerte Maßnahmen nicht in Angriff genommen, die das Radfahren im Alltag einfach machen, wie zum Beispiel die Öffnung von Einbahnstraßen." betonte der sächsische ADFC-Vorsitzende. Der ADFC Sachsen schlussfolgerte zur Vorstellung der Ergebnisse des Fahrradkima-Tests, dass man neben der Finanzierung und dem politischen Bekenntnis zu mehr Radverkehr vor allem bei einer besseren Vernetzung der Akteure ansetzen muss.

Stefan Brangs, Staatssekretär im Sächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr erläuterte zu dieser Gelegenheit die Radverkehrsstrategie des Freistaats: „Die Ergebnisse des Fahrradklima-Tests sind für uns als Staatsregierung ein wichtiges Signal, dass wir den Radverkehr und die dazugehörige Infrastruktur im Freistaat weiter stärken müssen. Gute Bedingungen für Radfahrer im Freistaat zu schaffen, ist unser klares Ziel. Dafür haben wir auch unter Beteiligung des ADFC eine Landesarbeitsgruppe Radverkehr gegründet. Um die hier angeregten Veränderungen auch umsetzen zu können, erhöhen wir das Budget für den Radverkehr im Doppelhaushalt 2015/16 auch deutlich“, betonte Brangs.

Fördern will die Staatsregierung auch die Gründung einer Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Städte (AGFS). "Bisher war es oft noch so, dass viele Kommunen und Landkreise wenig beim Radverkehr zusammengearbeitet haben, kaum von den Erfahrungen der anderen gelernt haben. Von einer solchen Arbeitsgemeinschaft erwarten wir, dass der Austausch zwischen den verschiedenen Akteuren in Städten, Landkreisen und dem Freistaat zu zufriedeneren Radfahrern und einer besseren Bewertung beim nächsten Fahrradklima-Test führt." sagte der ADFC-Vorsitzende.

 

Kontakt: Konrad Krause, Geschäftsführer des ADFC Sachsen, 0176-317 318 08

Weitere Details und alle Ergebnisse des Fahrradklima-Tests finden Sie unter www.adfc-sachsen.de/444 und unter www.fahrradklima-test.de

Fotos zum Radfahren und zur Arbeit des ADFC finden Sie unter www.flickr.com/photos/adfcsachsen

Sächsische Städte in fünf der 27 Kategorien Schlusslicht.
Pressemeldung des ADFC Sachsen zur Ergebnispräsentation Fahrradklima-Test 2014 am 19. Februar


Beim ADFC-Fahrradklima-Test konnten Radfahrer bis Ende November 2014 ihre Meinung sagen und die Fahrradfreundlichkeit ihrer Stadt oder Gemeinde bewerten. Die Befragung umfasste 27 Fragen vom Fahrraddiebstahl über das Sicherheitsgefühl bis zur Oberflächenqualität der Radwege. 468 Städte haben es bundesweit in die Wertung geschafft.

In Sachsen haben es 23 Städte in die Wertung geschafft. Im Freistaat liegt Löbau mit einer Durchschnittsnote von 3,05 an erster Stelle.

Auch die Bewertung der einzelnen Kategorien zeigt, dass in manchen sächsischen Städten der Radverkehr noch nicht im Fokus der Rathäuser ist. In fünf der 27 Kategorien sind Städte in Sachsen Schlusslicht.Dabei handelt es sich um den Fahrraddiebstahl (Görlitz), das Fahren im Mischverkehr mit Kfz (Ebersbach), die Radwegweisung (Limbach-Oberfrohna), die Freigabe von Einbahnstraßen in Gegenrichtung sowie die Förderung des Radverkehrs in jüngster Zeit (beides Zschopau).

Im Vergleich zum Fahrradklima-Test vor zwei Jahren hat sich in der Gesamtbewertung wenig getan. Unter den drei großen Städten hat wieder Leipzig das Rennen gemacht (3,61). Auch Chemnitz (3,75), Freiberg (4,14) und Zwickau (4,39) konnten sich leicht verbessern. In der Landeshauptstadt hat sich nach Ansicht der Radfahrer im Vergleich zu 2012 nicht viel getan. Lediglich das größere Angebot an Leihfahrrädern wird deutlich besser bewertet als 2012 (+0,8).

Auffällig ist die große Zahl mittelgroßer Städte am unteren Ende der Bewertungsskala. Mit Zschopau, Freital, Ebersbach, Limbach-Oberfrohna und Olbernhau befinden sich fünf sächsische Kommunen auf den zehn letzten Plätzen der 292 Kommunen in der Kategorie unter 50.000 Einwohner.

In Sachsen ärgern sich Radfahrer zum Beispiel darüber, dass viele Einbahnstraßen für den Radverkehr nicht in beide Richtungen geöffnet werden. Bundesweit ist das eine der populärsten und einfachsten Maßnahmen zur Förderung des Radverkehrs. Doch in Sachsen wird davon kaum Gebrauch gemacht. Sehr viele Einbahnstraßen sind auch für Radfahrer in Gegenrichtung Tabu. Lediglich Leipzig, Löbau und Görlitz werden für ihre geöffneten Einbahnstraßen gut bewertet. Auch Freiberg zeigt, dass mehr geht. Die Silberstadt hat im Vergleich zu 2012 bei der Öffnung von Einbahnstraßen deutlich aufgeholt. Auf der Gesamtnote von 4,14 wird sich Freiberg dennoch nicht lange ausruhen können. Die im letzten Jahr gegründete ADFC-Ortsgruppe in Freiberg hat die meiste Arbeit noch vor sich.

"Dass in Sachsen nicht schlagartig überall holländische Verhältnisse herrschen können, sehen die Meisten ja ein. Es ist aber schon ärgerlich, wenn viele Kommunen nicht einmal solche preiswerten Möglichkeiten wie die Öffnung von Einbahnstraßen in Angriff nehmen. Die meisten Ideen scheitern nicht am Geld, sondern am Widerwillen manches Bürgermeisters, wenig Radverkehrs-Know-How der Bauabteilungen und natürlich auch an Personalmangel." sagt Konrad Krause, Geschäftsführer des ADFC Sachsen.

Im bundesweiten Vergleich lässt sich erkennen, dass die Städte, die in den vergangenen Jahren mit Nachdruck den Radverkehr gefördert haben, auch bessere Bewertungen im Fahrradklima-Test erhalten haben. Lokales Engagement von Bürgermeistern, Kommunalpolitikern und ADFC-Gliederungen kommt an. Dreh- und Angelpunkt für die Radverkehrs-förderung sind die Rathäuser und Stadtverwaltungen. "Der Bund steht beispielsweise mit zig Millionen für den Radwegebau an Bundesstraßen bereit. Wenn es mit dem Radverkehr voran gehen soll, ist hier in den nächsten Jahren mehr Engagement auf lokaler Ebene erforderlich als bisher." so Krause.

Außerdem hält der ADFC eine bessere Zusammenarbeit der verschiedenen Akteure auf Landesebene nötig. "Im Moment kocht in Sachsen jeder sein eigenes Süppchen, andauernd wird das Rad neu erfunden. Und nach einer Weile entdeckt jeder Landkreis für sich neu, dass ein viereckiges Rad wahrscheinlich nicht ganz so gut rollt wie ein rundes. Da geht unnötig viel Energie und auch Steuergeld verloren" so Krause. Mehr Austausch zwischen den Akteuren führe dazu, dass alle effizienter arbeiten. In anderen Bundesländern gibt es zu diesem Zweck landesweite Radverkehrs-Arbeitsgemeinschaften von Kommunen und Landkreisen. "Ich würde mir sehr wünschen, wenn hier sowohl die Kommunen als auch das Land den Bedarf erkennen und entsprechend handeln würden" so der ADFC-Sprecher.

Der ADFC Sachsen wird die Ergebnisse detailliert auswerten und sich vor Ort für eine Verbesserung der Radverkehrsbedingungen einsetzen. Geplant ist auch eine Ergebnispräsentation der sächsischen Ergebnisse in Dresden Ende März.


Grafische Auswertung aller sächsischen Städte
Mehr Informationen zum Fahrradklima-Test des ADFC bundesweit
Alle Städte, alle Werte mit interaktiver Karte

Chance zu mehr Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer
 
ADFC Sachsen zur Überprüfung des Neubaus der B178 durch das Sächsische Staatsministerium für Wirtschaft und Arbeit (SMWA)

Das Sächsische Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr (SMWA) hat angekündigt, den letzten Abschnitt der B178 neu zu planen. Aktuelle Verkehrsprognosen gehen von nur noch 12.500 Autos pro Tag statt der bisher geplanten 17.500 aus.

Nun schaltet sich in die Debatte um die B178 auch der Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club (ADFC) Sachsen ein.

„Mit dem Rad von Zittau nach Löbau zu kommen ist bisher eine Katastrophe“ findet Klaus Müller, Sprecher der ADFC-Ortsgruppe Zittau.

„Wenn jetzt festgestellt wurde, dass die Planungen zur B178 dem tatsächlichen Bedarf nicht entsprechen, dann sollte ein Teil der frei werdenden Mittel für den begleitenden Radweg eingesetzt werden“ sagt Konrad Krause, Geschäftsführer des ADFC Sachsen.

Dies wurde in der bisherigen Planung einfach vergessen, obwohl dies die Sicherheit für alle erhöhen würde und bei Straßen dieser Kategorie eigentlich Standard ist. Das würde für den Freistaat nicht einmal extra-Kosten bedeuten. Der Bund stellt den Ländern jährlich etwa 80 Mio. Euro bereit, damit sie eigenverantwortlich Radwege an Bundesstraßen planen und bauen können. Der Freistaat hält sich mit der Beantragung dieser Mittel seit Jahren zurück. Viele Bundesstraßen in Sachsen verfügen über keine Radwege, besonders im überörtlichen Verkehr ist das Radfahren deshalb an mancher Stelle unangenehm und unsicher, auf weiten Teilen der neuen B178 ist es sogar ganz verboten. Während bundesweit der Anteil von Bundesstraßen mit Radwegen auf mittlerweile 40% angewachsen ist, beträgt dieser Wert in Sachsen nur 26%.

„Seit Jahren nutzen immer mehr Menschen das Fahrrad für ihre alltäglichen Wege. Dieser Trend ist keineswegs auf die großen Städte beschränkt. Überall dort, wo ein neuer Radweg eröffnet wird, werden schon vor der offiziellen Eröffnung die Bauzäune weggeschoben. Das Bedürfnis aus der Bevölkerung nach sicheren Verbindungen für Radfahrer ist enorm.“

Die Kritik der Bürgermeister von Löbau und Zittau hält Krause für überzogen und einseitig „Wenn sich mehr Lokalpolitiker in derselben Weise für den Alltagsradverkehr einsetzen würden, wie sie das seit Jahren für den Autoverkehr tun, hätten wir in Sachsen längst holländische Verhältnisse.“ Dort ist es nicht nur angenehm und sicher mit dem Rad zu fahren, auch mit dem Auto kommt man in den Niederlanden deutlich entspannter zum Ziel.

„Dass der Freistaat seine Planungen an Verkehrsprognosen ausrichtet und nicht blind in überdimensionierte Großprojekte investiert, kann man nur gutheißen. Andernorts wird der Politik allenthalben Geldverschwendung und Größenwahn vorgeworfen. Ist es das, was die Bürgermeister wollen?"

„Eine breite Straße allein bietet noch keinen Standortvorteil. Immer mehr Sachsen wollen gesund und preiswert mit dem Rad von A nach B kommen. Immer mehr Politiker haben das verstanden und sehen in guten Bedingungen für Rad- und Fußverkehr einen Standortvorteil statt sich allzu engstirnig nur für den Autoverkehr einzusetzen.“

Immer mehr Menschen in Sachsen nutzen das Fahrrad im Alltag und in der Freizeit. Sie erwarten, dass alles dafür getan wird, dass sie sicher in Stadt und Land unterwegs sind. Auch wenn die Unfallzahlen von Radfahrern weitaus geringer ansteigen als ihr Anteil am Gesamtverkehr, werden immer noch zu viele verletzt.

Auch auf Anregung des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) wurde deshalb im Jahr 2009 beim Landespräventionsrat Sachsen (www.lpr.sachsen.de) eine Arbeitsgruppe zur Sicherheit des Radverkehrs gegründet. An den Sitzungen der Arbeitsgruppe nehmen neben dem ADFC auch Vertreter des Sächsischen Innen-, Kultus- und Verkehrsministeriums teil.

"Leider müssen wir nach nunmehr fünf Jahren Mitarbeit feststellen, dass die Treffen der Arbeitsgruppe zu keinen sichtbaren Ergebnissen geführt haben." sagt Olaf Matthies, Vorsitzender des ADFC Sachsen. "Das Drucken von Flyern zum rücksichtsvollen Verhalten mag zwar preiswert sein, kann aber die eigentliche Verkehrssicherheitsarbeit nur begleiten."

Gern würde der ADFC sein Know-How einbringen, damit das Radfahren in Sachsen noch sicherer wird. Gerade in den Städten, wo Radfahrer oft mangelhafte Radwege nutzen müssen, gibt es großen Nachholbedarf. "Das heißt auch, dass man mögliche Maßnahmen nicht primär danach beurteilt, ob sie Geld kosten." so der ADFC-Vorsitzende weiter. "Wir möchten, dass unsere Kinder sicher zur Schule radeln können, Familien in Ihrer Freizeit ohne Angst unterwegs sind und der tägliche Arbeitsweg ohne gefährliche Situationen mit dem Fahrrad zurückgelegt werden kann. Um das zu erreichen, muss man auch bereit sein, in sichere Infrastruktur zu investieren. Sicherheit zum Nulltarif gibt es nicht."

Eine nicht mit dem ADFC abgestimmte Erklärung zum Tragen von Helmen brachte für den ADFC das Fass schließlich zum Überlaufen. "Uns wurden durch den Landespräventionsrat Aussagen in den Mund gelegt, die dazu geeignet sind, den Ruf des ADFC nachhaltig zu schädigen. Für uns ist der Eindruck entstanden, das weder die Arbeit der Arbeitsgruppe noch die Position des ADFC als Interessenvertretung der Radfahrenden von der Staatsregierung ernst genommen werden. Unter solchen Bedingungen sind wir nicht bereit, weiter in dieser Arbeitsgruppe mitzuarbeiten." so Matthies. "Wir wollen, dass auch in Sachsen Radfahren sicherer wird. Für Schaufensterpolitik stehen wir aber nicht zur Verfügung."

Hintergrundinformationen:

- Schreiben des ADFC Sachsen zum Austritt aus der Arbeitsgruppe Radverkehrssicherheit (Anhang)
- Erklärung zur Helmpflicht, Webseite des LPR Sachsen: http://www.lpr.sachsen.de/23487.htm
- Anfrage zur Radverkehrssicherheit 5/14881: http://edas.landtag.sachsen.de/viewer.aspx?dok_nr=14881&dok_art=Drs&leg_per=5&pos_dok=202

Am Donnerstag, 17. Juli 2014 wird 19.30 Uhr im Sonnenhof Altkötzschenbroda 26 die Radebeuler Ortsgruppe des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) gegründet. Eingeladen sind ausdrücklich alle Radfahrerinnen und Radfahrer aus Radebeul und Umgebung, die bessere und vor allem sichere Bedingungen für den Radverkehr durchsetzen wollen.

"Ein Ja zu mehr Fahrrad gibt es häufig nur, wenn es kein Geld und den Autoverkehr keinen Platz kostet! Das soll sich in Radebeul ändern!", sagt das Radebeuler ADFC-Mitglied und Stadträtin Eva Oehmichen. Sie ruft deshalb Interessierte vom Alltagsradfahrer bis zum Radsport-Fan auf, sich an der Gründung zu beteiligen.

Die Ortsgruppe wird sich zukünftig in die Stadtplanung einbringen, damit das Radfahren in Radebeul attraktiver wird. Auch weitere Arbeitsfelder sind möglich. Denn die ehrenamtliche Arbeit in einer ADFC-Ortsgruppe wird von den einzelnen Interessen der Mitstreiter bestimmt. So könnten z.B. die Verknüpfung von Bahn und Rad, das touristische Potential des Elberadwegs und regionaler Radwege oder organisierte Touren und Serviceangebote für Radfahrer weitere Schwerpunkte sein.

Radebeul hat das "Rad" schon im Namen. Und tatsächlich werden in der Stadt 21 Prozent aller Wege mit dem Fahrrad zurückgelegt. Aufgrund von Größe, Lage und Struktur ist hier das Fahrrad ein ideales, umweltfreundliches Verkehrsmittel. Doch beim bundesweiten ADFC-Fahrradklima-Test landete Radebeul mit einem Notendurchschnitt von 3,99 nur auf dem 190. Platz. Das Engagement der Stadt Radebeul für den Radverkehr bewertetet der Fahrradklima-Test mit der Note 4,6 als mangelhaft. Kritisiert wurden fehlende sowie die unzureichende Breite vorhandener Radwege und das damit verbundene unzureichende Sicherheitsgefühl. Der geringe Stellenwert des Radverkehrs werde außerdem dadurch deutlich, dass nicht gegen Falschparker und weitere Hindernisse auf Radwegen vorgegangen wird. Hindernisse bergen für Radfahrer ein hohes Gefahrenpotential.

Dazu meint Eva Oehmichen: "Radebeul, die jüngste Stadt im Landkreis, sollte besonders Kindern und Jugendlichen ein sicheres Fahrradfahren ermöglichen. Gerade für sie ist das Rad ein ideales Verkehrsmittel, um selbständig und flexibel tägliche Wege zu bewältigen." Derzeit würden auch die touristischen Potentiale, die der Elberadweg eigentlich bietet, leichtsinnig verschenkt, sagt Oehmichen. Größtenteils werde der Elberadweg nur als Stadtumgehungsroute und aufgrund mangelnder Querverbindungen nicht als Touristenmagnet für die Stadtteile genutzt.

Das Ziel der Gründung einer ADFC Ortsgruppe ist es, die Interessen der Radfahrer zu bündeln und sich konstruktiv und kreativ für ein sicheres Radwegenetz einzusetzen, so Eva Oehmichen. Denn nicht die autogerechte Stadt sollte die Köpfe weiterhin dominieren, sondern eine Verkehrsplanung, in der der Radverkehr endlich den Stellenwert erhält, den er im Alltag der Radebeuler schon längst innehat.

Zur Gründungsveranstaltung werden Olaf Matthies, Vorsitzender des ADFC Sachsen,und Konrad Krause, Geschäftsführer des ADFC Sachsen, erwartet.

Was: Gründung ADFC Ortsgruppe Radebeul

Wann: Donnerstag 17. Juli 2014, 19.30 Uhr

Wo: Sonnenhof, Altkötzschenbroda 26

Kontakt: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

In den letzten Jahren erlebte das Fahrrad einen regelrechten Boom. Immer mehr Menschen legen ihre alltäglichen Wege auf zwei Rädern zurück und nutzen das Fahrrad zur Erholung in der Freizeit. Auch in der Politik ist dieser Trend angekommen: Das Fahrrad ist inzwischen fester Bestandteil fast jeder Sonntagsrede. Und darüber hinaus?

An der aktuellen sächsischen Verkehrspolitik kommt von Radfahrern viel Kritik. Nur ein geringer Teil der sächsischen Bundes- und Staatsstraßen verfügt über Radwege. Olaf Matthies, Vorsitzender des ADFC Sachsen, kritisiert die Prioritätensetzung im Freistaat: "Statt einer engagierten Förderpolitik für sicheren und komfortablen Radverkehr erhalten die Kommunen und Landkreise oft falsche Anreize. Und bei der Finanzierung des Verkehrs fristet der Radverkehr nach wie vor ein Schattendasein - obwohl seit Jahren der Anteil des Radverkehrs extrem zugenommen hat." Viele kommunale Verwaltungen seien mit dem Thema überfordert, brauchen kompetente Unterstützung und müssten besser miteinander vernetzt sein. Das sei Sache des Landes, welches die Verantwortung dafür aber an die ohnehin klammen Kommunen abwälzt.

Auch andere Bereiche des Radverkehrs werden von Seiten der Landespolitik noch stiefmütterlich behandelt: Das große radtouristische Potential Sachsens könnte besser genutzt werden. Ebenso sorgt die oft mangelhafte Verknüpfung von Bahn und Rad bei Radfahrern in Sachsen regelmäßig für Frust.

Am 7. Juli veranstaltet der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club Sachsen (ADFC) deshalb gemeinsam mit dem Verkehrsclub Deutschland im Dresdner Hauptbahnhof ein verkehrspolitisches Wahlforum zur Landtagswahl. Unter dem Titel "Bewegtes Sachsen - Autoland? Bahnland? Fahrradland?"sollen Antworten auf Fragestellungen rund um die sächsische Verkehrspolitik der nächsten fünf Jahre gefunden werden. Zu Gast werden die verkehrspolitischen Sprecher der Fraktionen im Sächsischen Landtag sein, die Moderation übernimmt der Journalist Michael Bartsch.

Matthies ist davon überzeugt, dass die Potentiale des Radverkehrs in Sachsen noch längst nicht ausgeschöpft sind.

"Immer mehr Menschen in Sachsen fahren Rad. Für den Weg zur Arbeit, zur Schule und in der Freizeit wird das einfache und schnelle Fortbewegungsmittel immer wichtiger. Wir freuen uns, dass der Freistaat die Radverkehrskonzeption aus dem Jahr 2005 aktualisiert und fortschreibt." so Olaf Matthies, Vorsitzender des ADFC Sachsen. "Wir vermissen jedoch ambitionierte Ziele. Ohne diese besteht die große Gefahr, dass wir in Sachsen dem Trend zu mehr Radverkehr weiter hinterlaufen."

"Die Menschen in Sachsen möchten wissen, wann sie an den neugebauten Staatsstraßen endlich sichere Wege bekommen und wann es landesweit einheitliche Regeln zur Fahrradmitnahme in Bus und Bahn geben wird. Auch konkrete Schritte bei der Verbesserung der Sicherheit von Rad fahrenden Kindern und Senioren lassen leider auf sich warten. Die vom Freistaat vorgelegte Konzeption ist uns da zu unspezifisch."


Hintergrund
Am 31. August 2014 wählen die Sachsen sich einen neuen Landtag. Wenn das vielleicht auch nicht immer so scheinen mag, ist die Landespolitik bei den verschiedensten Fragestellungen zum Radverkehr entscheidend beteiligt: Wie viel Geld investiert der Freistaat in sein landesweites Radverkehrsnetz? Wie soll die Verknüpfung von Rad und Bahn organisiert sein? Welche Regelungen trifft die Bauordnung zur Organisation des Fahrradparkens? Welche Rolle spielt der Radtourismus im Marketing des Freistaats? Mit ihrer Stimme zur Wahl treffen die Sachsen auch eine Entscheidung über diese und viele weitere Fragestellungen der sächsischen Radverkehrspolitik.

Ort+Zeit
Datum: 8. Juli 2014, 18:30 Uhr
Ort: Marché Lounge im Hauptbahnhof Dresden

marienbruecke dresden unfall

Aus Anlass des gestrigen Unfalls auf der Marienbrücke fordert Konrad Krause, Geschäftsführer des ADFC Sachsen, die Stadt Dresden auf, endlich für sichere Verhältnisse zu sorgen.

Wie eine Stadtratsanfrage (siehe Anlage) ergab, hat die Stadt zwischen 2000 und 2014 31 Verkehrsunfälle am nördlichen Brückenkopf der Marienbrücke registriert, bei denen Schäden an Geländern, Brüstungen oder sonstigen Bauteilen der Brücke entstanden sind. Nach wie vor werden aber bauliche Veränderungen nicht für notwendig erachtet. "Die Stadt ist hier in der Verantwortung, diesen Unfallschwerpunkt endlich einzudämmen. Muss es erst dazu kommen, dass dort ein Auto gegen Radfahrer und Fußgänger schleudert?"

Im Jahr 2009 hat die Stadt reagiert und an der Stelle ein Verkehrsschild mit dem Symbol Schleudergefahr aufgestellt. Krause hält das für völlig ungenügend. "Wenn Leib und Leben unbeteiligter Verkehrsteilnehmer in Gefahr sind, reicht Symbolpolitik nicht mehr aus. Baubürgermeister Marx weiß offenbar seit Jahren, dass die Autos hier öfters in ähnlicher Weise über den Radweg krachen. Hier muss kurzfristig etwas geschehen. Die Stadt muss sicherstellen, dass Autofahrer nicht ständig mit stark überhöhter Geschwindigkeit über die Brücke rasen und dann solche Unfälle passieren. Die Anordnung von Tempo 30 halte ich hier für einen naheliegenden Ansatz." Erst am Unfalltag war das Brückengeländer neu angebracht worden, nachdem es einige Wochen zuvor bei einem ähnlichen Verkehrsunfall zerstört worden war.

Stadtratsanfrage zu Unfällen auf der Marienbrücke, April 2014

Navigation

 

Anzeigen

fkt2020

 

MehrPlatzFuersRad 200

 

Logo FFA