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Der Radwegebau in Sachsen geht nur schleppend voran. Ob westlich von Bautzen, ob am Mulderadwegin Glauchau, oder an der B 173 östlich von Zwickau. Die Liste von Radwegprojekten, auf die Anwohner und Radtouristen schon lange warten, lässt sich sehr lang fortsetzen. 

Ungeklärter Grunderwerb, Lücken in der Finanzierung und vor allem zu wenige qualifizierte Radverkehrsplaner in den Behörden sind die immer wieder auftretenden Antworten, die man auf das schleppende Tempo bei der Ausstattung sächsischer Bundes- und Staatsstraßen bekommt.

Der ADFC Zwickau sammelt deshalb nun Unterschriften für einen Radweg an der B 173 östlich der Stadt Zwickau. Während die Straßenbauer der Muldestadt im Stadtgebiet den Anschluss bereits weitgehend gebaut haben, kommen die Planungen für das knapp 3 Kilometer lange Stück Radweg in Richtung Mülsen nicht voran, weil im Landesamt für Straßenbau und Verkehr kein Personal vorhanden ist. Der ADFC möchte deshalb Druck auf die Landesebene erzeugen, statt politischer Versprechen nun auch die nötigen Stellen für Radverkehrsplaner zu schaffen.

Bitte unterstützen Sie den ADFC Zwickau mit Ihrem Namen bei der Petition an den Sächsischen Landtag.

Dieser Tage titelte die BILD-Zeitung: "Grüne wollen rot für Radler abschaffen." Die Forderung eines Bundestagspolitikers nach "rot-befreiten Ampeln" mag zunächst weltfremd erscheinen und ist sicher auch dem Sommerloch geschuldet. Doch was steckt hinter der Idee, die rote Ampel für Radfahrer lediglich als Empfehlung zu werten?

In Frankreich gibt es unter dem Namen «Tourne à droite cycliste» bereits seit 2012 eine Regelung, die es Kommunen ermöglicht, blinkende Lichter oder spezielle Verkehrszeichen anbringen, die es Radfahrern erlauben, auch bei rot Rechts abzubiegen. Weiterhin besteht die Möglichkeit, an T-Kreuzungen dem Radverkehr das Geradeausfahren bei rot zu gestatten.

Studien aus Basel, wo seit 2013 ein Pilotversuch läuft, legen nahe, dass die Abbiegemöglichkeit rege genutzt wird, es im Zusammenhang mit dem freien Abbiegen zu keinen Unfällen gekommen ist und auch die Fälle, in denen Radfahrer querenden Fußgängern keinen Vortritt gewährt haben in sehr engen Grenzen hielten (fünf Promille). 

In der Debatte wird das freie Abbiegen bei rot oft mit dem hierzulande für den Autoverkehr gebräuchlichen Grüne Pfeil verglichen. Doch während es mit dem Grünen Pfeil für den Autoverkehr tatsächlich erhebliche Sicherheitsdefizite gibt (siehe Studie der UDV), konnte für die Regelung, bei der Radfahrer an bestimmten Kreuzungen auch bei rot abbiegen dürfen keine zusätzliche Gefährdung oder gar eine Steigerung der Unfälle nachgewiesen werden. Auch Kommunen in Deutschland bringen aufgrund des Bedarfs auch ohne die Existenz entsprechender Regelungen auf Bundesebene in Einzelfällen Verkehrsregelungen zustande, die das Abbiegen von Radfahrern bei rot ermöglichen. So hat vor einigen Jahren beispielsweise die Stadt Leipzig eine Fahrradampel mit Grünpfeil installiert (siehe Bild oben).

Es ist ein Paradoxon der deutschen Verkehrspolitik, dass der Grüne Pfeil trotz seiner negativen Auswirkungen auf die Verkehrssichrheit gerade auch an unsicheren und dafür nicht geeigneten Stellen weiter verwendet wird, während sich Verkehrspolitiker aller politischen Lager (einschließlich des Bundesverkehrsministers) gegen die Einführung einer dem französischen «Tourne à droite cycliste» vergleichbaren Regelung sperren.

Statement des ADFC-Bundesverbands zum Rechtsabbiegen bei rot
Rechts abbiegen für Fahrräder bei rot - Wikipedia
Fahrrad-Infoportal Baden-Württemberg zum Pilotversuch in Basel
Unfallforschung der Versicherer: Sicherheit von Knotenpunkten mit Grünpfeil

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club Sachsen (ADFC) lädt am 14. Juni 2016 zur Gründung der Ortsgruppe Zwickau ins Brauhaus Zwickau ein. Eingeladen sind ausdrücklich alle Radfahrerinnen und Radfahrer aus Zwickau und Umgebung, die bessere und vor allem sichere Bedingungen für den Radverkehr durchsetzen wollen.

Auch wenn Sie noch nicht Mitglied im ADFC sind, laden wir Sie herzlich zur Gründungsversammlung ein. Zu dieser Gelegenheit gibt es die Möglichkeit, den ADFC ein Jahr lang zum ermäßigten Preis von 19,50€ im ersten Jahr zu testen.

Was: Gründung ADFC Zwickau
Wann: Dienstag 14. Juni 19:00 Uhr
Wo: Brauhaus Zwickau

Pressemitteilung des ADFC Sachsen zur Gründung des ADFC Zwickau

tourenbruch sachsen 2016Als Land des Fahrradtourismus hat Sachsen eine lange und bedeutende Tradition. Schon um die vorletzte Jahrhundertwende brachten verschiedene Verlage und Enthusiasten in Sachsen Tourenbücher heraus, viele davon auch durch sächsische Gefilde.

Diese Tradition lassen der ADFC Sachsen und die Sächsische Zeitung nun wieder aufleben. In unserem neuen Tourenbuch präsentieren wir 24 Touren in verschiedenen Schwierigkeitsgraden. Alle haben eines gemeinsam: Sie führen raus aus dem Alltag und hinein in die Umgebung mit ihren landschaftlichen und kulturellen Schätzen! Die Tourenscouts des ADFC halten für Sie ein vielfältiges Angebot von Touren bereit. Von der sanft über alte Bahndämme gleitenden Tour zwischen Löbau und Bautzen bis zum Härtetest mit über 1500 Höhenmetern durchs Osterzgebirge von Schmilka nach Altenberg ist alles dabei, was das Herz eines Radfahrers höher schlagen lässt.

Das Tourenbuch wird im Infoladen des ADFC Dresden für 9,90 € erhältlich sein (Mo 10-15 Uhr, Mi 15-19 Uhr geöffnet). Bei der Sächsischen Zeitung kann das Tourenbuch ebenso bestellt werden. 

Historische Tourenbücher in der SLUB Dresden

In Dresden fand heute die Auftaktveranstaltung zu „Mit dem Rad zur Arbeit“ von AOK und Allgemeinem Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) statt. Die bundesweite Mitmachaktion startet in diesem Jahr bereits im Mai und erstreckt sich damit erstmals über den Zeitraum von vier Monaten. Ziel des Fahrrad-Klassikers ist es, möglichst viele Berufstätige zu motivieren, sich für den Arbeitsweg in den Sattel zu schwingen. Schirmherr der 16. Auflage ist ARD-Sportmoderator René Kindermann. 

Deutschlandweit nutzen elf Prozent der Berufstätigen das Rad für ihren Weg zur Arbeit. Das lohnt sich für sie selbst, aber auch für den Arbeitgeber. Denn wer regelmäßig mit dem Rad zur Arbeit fährt, ist belastbarer, besser gelaunt und weniger krank.

Wer bei "Mit dem Rad zur Arbeit" mitmachen möchte, muss zwischen Mai und August an mindestens 20 Arbeitstagen mit dem Rad zur Arbeit zu fahren. Teilnehmer der Aktion haben dabei die Chance, Preise im Wert von über 200.000 Euro zu gewinnen. Details und Anmeldeunterlagen gibt es auf der Aktionswebsite www.mit-dem-rad-zur-arbeit.de.

1,2 Milliarden Euro will die Bundesregierung in den nächsten Jahren für die Förderung von Elektroautos ausgeben. Eine Menge Geld, welches besser in den Strukturwandel des Verkehrssektors investiert wäre.

ADFC-Bundesgeschäftsführer Burkhard Stork: "Alle wissen, dass unsere Verkehrsprobleme nicht durch mehr Autos gelöst werden, sondern durch weniger! Mehr Fußverkehr, mehr Fahrrad, mehr öffentlicher Verkehr – und mehr geteilte Fahrzeuge, das sind Antworten auf die Probleme unserer Zeit. Eine Kaufprämie für Privatautos ist ein rückwärtsgewandtes Konzept, daran ändert auch das große ‚E‘ nichts!" Stattdessen fordert Stork die Förderung des Kaufs von E-Lastenrädern.

Die nach der Abwrackprämie nächste Runde staatlicher Subventionierung des Autokaufs ist ein fatales verkehrspolitisches Signal. Angesichts der Tatsache, dass 50% aller Autofahrten kürzer als 5 Kilometer sind, sehen neben dem ADFC auch zahlreiche Verkehrsexperten großes Potential zur Verlagerung auf Wege mit dem Rad, zu Fuß und dem Öffentlichen Nahverkehr.

Das Ziel von einer Million Elektrofahrzeuge im Jahr 2020 hat die Bundesregierung indes schon längst erreicht. Dabei handelt es sich allerdings um Pedelecs und E-Bikes: Über 2 Millionen solcher elektrisch unterstützter Fahrräder fahren bereits auf deutschen Straßen und das ganz ohne staatliche Förderung.

Die Pressmitteilung des ADFC im Wortlaut
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